
Frankfurt/Wien. Während in Wien-Schwechat auch am Abend die neue Lage bei der AUA (Austrian Airlines) nach der abgeblasenen Mitarbeiterabstimmung zum Spar-Kollektivvertrag für die Bordcrews beraten wurde, erschien in der deutschen Börsen-Zeitung ein Interview mit dem Lufthansa-Aufsichtsratspräsidenten Jürgen Weber, der die Dringlichkeit des aktuellen und milliardenschweren Lufthansa-Konzernsparpakets beschrieb.
"Wir haben keine Chaostage und machen auch keine Irrflüge bei der Lufthansa, aber die Situation ist kritisch", sagte Weber in Reaktion auf die starke mediale Begleitung für das Effizienzsteigerungsprogramm "Score".
Widerstand gegen Sparpläne
Am Wochenende hat sich bei deutschen Gewerkschaftern der Widerstand gegen den Sparplan beim deutschen AUA-Mutterkonzern verfestigt. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat in deutschen Medien gegen "wenig abgestimmte Sparpläne" des Managements scharf geschossen. Einzelne Maßnahmen würden immer nur scheibchenweise mitgeteilt. Die Arbeitnehmervertreter in Deutschland orten strategische Fehler des Managements als Grund für die jetzigen Sparbemühungen im Kranich-Konzern. Die Gewerkschaften fürchten das Aus für tausende Stellen.
Weber hielt der Kritik entgegen, die vom Lufthansa-Vorstand beschlossene Ergebnisverbesserung um 1,5 Mrd. Euro sei "ein ambitioniertes, aber notwendiges Ziel". Die dringend notwendige Flottenerneuerung müsse ohne zusätzliche hohe Schulden gestemmt werden.
Sollte das Lufthansa-Sparprogramm nicht wie geplant umgesetzt werden können, seien sich Vorstand und Aufsichtsrat darin einig, dass dann Flugzeuge abbestellt werden müssten, meinte Weber.
In der Lufthansa hat die AUA-Sanierung gerade höchste Priorität. Die defizitäre österreichische Tochter muss in dem Jahr mehr als 220 Mio. Euro einsparen. Aus den Verlusten kommt sie deshalb 2012 aber wieder nicht. Um drastische Personalkostensenkungen als Teil des AUA-Sparpakets wird seit Anfang Februar zwischen österreichischer Belegschaftsvertretung und AUA-Vorstand gerungen.