Wien. (kle/apa) Spitzt sich die Schuldenkrise in Spanien dramatisch zu, hat die KA Finanz, die staatliche Bad Bank der ebenfalls staatlichen Kommunalkredit, ein neues Problem. Dann müsste sie beim Bund abermals frisches Kapital abrufen. Das hat Vorstandschef Alois Steinbichler am Mittwoch vor der Presse indirekt eingeräumt. Gleichzeitig betonte er allerdings, dass er in Europa derzeit "kein zweites Griechenland" heraufdämmern sieht.
Wegen des Griechenland-Schuldenschnitts hatte die KA Finanz 2011 einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro erlitten. Der musste vorige Woche wie berichtet mit Staatsgeld abgedeckt werden.
An Spanien-Papieren hat die Abwicklungsbank der Kommunalkredit aktuell noch ein Volumen von fast 832 Millionen Euro in ihrem Portfolio. Im heurigen ersten Quartal seien hier Papiere für rund 400 Millionen Euro verkauft worden - "kapitalschonend", wie Steinbichler hinzufügte.
Die Kommunalkredit selbst ist im Vorjahr wegen Griechenland ebenfalls tief in die roten Zahlen gerutscht. Laut internationaler Bilanzierung (IFRS) fiel ein Verlust von 148,8 Millionen Euro an - nach Abschreibungen von 176,3 Millionen.
Für heuer rechnet Steinbichler mit schwarzen Zahlen. Belastende Einmaleffekte wie 2011 seien für 2012 nicht zu erwarten. Zuletzt, so der Bankchef, habe man kaum mehr Griechenland-Risiko in den Büchern gehabt. Auch sonst sei man relativ unbelastet von Risiken durch Staatsanleihen.
Ob und an wen der Bund die auf Gemeindefinanzierungen spezialisierte Bank verkauft, soll laut Steinbichler bis Mitte 2013 klar sein. Für die geplante Reprivatisierung der seit 2008 notverstaatlichten Kommunalkredit sind zuletzt die Beratungsmandate europaweit ausgeschrieben worden.