• vom 02.05.2012, 18:44 Uhr

Österreich

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Die Gewinne der Banken kommen unter Druck



  • Ergebnis der österreichischen Institute 2011 um fast 4 Milliarden Euro gesunken.

 - © WZ-Grafik, Quelle: Erste Group/WZ-Recherche

© WZ-Grafik, Quelle: Erste Group/WZ-Recherche

Brüssel. (hes) Mit Basel III hat es wenig zu tun, aber Österreichs Kreditinstitute haben 2011 empfindlich weniger verdient: Laut Nationalbank (OeNB) sank das konsolidierte Jahresergebnis gegenüber 2010 um 3,87 Milliarden Euro auf nur noch 710 Millionen Euro (nach Steuern und Minderheiten). Verantwortlich seien stagnierende Betriebserträge und höhere Abschreibungen auf Firmenwerte, erläutert die OeNB. Hingegen habe das rentablere Osteuropa-Geschäft maßgeblich zum Gesamtergebnis beigetragen. Auch das Zinsergebnis war eine Ertragsstütze, die Provisionen und das Handelsgeschäft brachten den Banken weniger ein. Die Risikovorsorgen für Kreditgeschäfte sind verglichen mit 2010 stark gesunken (minus 22,3 Prozent), jene für Wertpapiere deutlich gestiegen.

Sorge vor Kreditknappheit
Künftig könnte das Bankgeschäft aus Investorensicht noch unattraktiver werden, weil die Renditen sinken werden. Schließlich müssen die Banken nach Basel III ihre Geschäfte mit deutlich mehr Eigenkapital unterlegen, für das obendrein eine engere Definition gilt (siehe Grafik).

Die Finanzkrise hat offengelegt, dass viele Banken zu wenig und zu schlechtes Eigenkapital hatten, um Verluste aus Wertpapieren und Kreditausfällen aufzufangen. Den Anstoß zur Überarbeitung der Kapitalregeln lieferte die Gruppe der 20 wichtigsten Volkswirtschaften (G20). Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht goss diese in konkrete Empfehlungen - es ist die zweite Überarbeitung des Regelwerks (deshalb Basel III). Die laufende EU-Debatte dreht sich um die Umsetzung in europäisches Recht mit einer Verordnung (Capital Requirements Regulation) und einer Richtlinie (Capital Requirements Directive, häufig kurz CRD IV).

Aus EU-Sicht haben alle Seiten etwas von den strengeren Regeln: Für Einleger ist der Vorteil, dass das Konkursrisiko für Banken geringer wird und die Einlagen besser geschützt sind. Kreditnehmer sollen profitieren, weil Banken künftig nicht mehr in Rezessionszeiten die Kreditvergabe so stark drosseln müssen. Für die Banken sollen europa- oder weltweit einheitliche Regeln für wettbewerbsfähige Produkte gelten. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Steuerzahler bankrotten Banken unter die Arme greifen müssen, soll ebenfalls sinken. Kritiker wenden ein, dass kurzfristig Kredite sehr wohl knapper und teurer werden, weil die Banken ihr Geschäft schrumpfen müssen und die höheren Kapital- und Liquiditätsregeln Kosten verursachen.

Regeln gegen "Austrocknen"
Neu sind bei Basel III Auflagen für die Liquidität: Banken müssen nachweisen, dass sie auch unter Stressbedingungen und bei vermehrten Geldabflüssen nicht auf dem Trockenen sitzen und mindestens 30 Tage durchhalten (Liquidity Coverage Ratio). Eine weitere Kennzahl (Net Stable Funding Ratio) soll sicherstellen, dass die Banken nicht zu sehr von kurzfristiger Refinanzierung abhängig sind, sondern die Laufzeiten der Kredite mit denen der Einlagen in Einklang bringen ("fristenkonform" finanzieren).

Künftig wird auch der Gesamtverschuldungsgrad - risikounabhängig - gedeckelt. Wie hoch diese Hebelungsrate (Leverage Ratio) ausfällt, ist offen. Gemunkelt wird über drei Prozent, also einen maximalen Kredithebel um das 33-Fache. Diese Maßnahmen haben jahrelange Übergangsfristen.



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Dokument erstellt am 2012-05-02 18:50:08


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