• vom 03.05.2012, 18:01 Uhr

Österreich

Update: 03.05.2012, 18:08 Uhr
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Milch-Überproduktion heizt Rabattschlacht im Handel an


Von Sophia Freynschlag

  • Hofer, Spar und Rewe-Eigenmarke Clever senken Butterpreis um 10 Cent.



Wien. Die Lebensmittelhändler haben eine neue Runde im Preiskampf eingeläutet: Hofer hat am Mittwoch den Preis für Butter dauerhaft um 10 Cent gesenkt. Bereits im März hatte der Diskonter seine Butter-Produkte um je 10 Cent verbilligt. Auch Spar hat den Butterpreis seiner Eigenmarken "Spar" und "Natur pur" um je 10 Cent reduziert. Noch am Mittwoch hat Rewe reagiert und Butter der Eigenmarke "Clever" zum neuen Diskont-Niveau von 1,09 Euro angeboten. Bei Hofer wurden auch einzelne Joghurt-, Käse- und Milchprodukte günstiger. Hofer teilte auf Anfrage lediglich mit, man sei "in Preisangelegenheiten wie immer Vorreiter".

Grund für die Verbilligung ist der Milch-Überschuss, der durch saisonale Schwankungen - im Frühjahr wird mehr Milch produziert - zusätzlich verschärft wird. "Wenn zu viel Milch auf dem Markt ist, wird bei den Preisen geschleudert", sagt Erna Feldhofer, Obfrau der IG Milch. 2011 wurden in Österreich 2,9 Millionen Tonnen Milch angeliefert - 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Bauern müssen wegen Überlieferung der EU-Milchquote für 2011/12 mindestens 33 Millionen Euro Strafe zahlen. Die Quote begrenzt die erlaubte Produktionsmenge und läuft 2015 aus.

IG Milch befürchtet ärgere Milchkrise als im Jahr 2009
"Der Bauernmilchpreis geht stark nach unten und liegt bei 32 bis 34 Cent je Kilo Milch", so Feldhofer. 2011 waren es noch 35,4 Cent. "Die Bauern kämpfen einerseits mit Preisverfall, andererseits steigen die Produktionskosten massiv." Die Erzeugerpreise lägen auf dem Niveau von Mitte der
70er Jahre, die Produktion sei aber drei Mal so teuer. "Für viele Bauern geht es jetzt ums nackte Überleben", sagt Feldhofer.

"Ein erneuter Milchcrash ist im Kommen, der länger dauern wird als 2009", befürchtet die IG-Milch-Obfrau. Denn die Produktionskosten sind höher als 2009, als Landwirte in der EU gegen den Preisverfall protestierten und Milch verschütteten.

Auch in Deutschland sorgt die Überproduktion für Rabatte: Der Diskonter Aldi Süd hat die Preise für Butter und Milch verbilligt, andere Händler zogen nach. "Dieser unverantwortliche Kampfpreis der Discounter kommt uns teuer zu stehen: Wer Lebensmittel verramscht, ruiniert unsere Bauern und die Landschaften unserer Heimat", kritisierte der Vorsitzende der deutschen Agrarministerkonferenz, Alexander Bonde.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-03 18:02:05
Letzte Änderung am 2012-05-03 18:08:05


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