• vom 04.05.2012, 19:03 Uhr

Österreich

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Im Güterhandel hat Österreich im Vorjahr deutlich mehr importiert als exportiert

Dienstleister retteten 2011 Außenwirtschaftsbilanz



  • Nationalbank: "Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft bestätigt."

Wien.



Die sogenannte Leistungsbilanz ist in Zeiten wie diesen weit mehr als nur eine statistische Randnotiz: Länder, die mehr exportieren als importieren, hinterlassen den Eindruck, dass sie volkswirtschaftlich für sich selbst sorgen können. Vor dem Hintergrund der europäischen Staatsschuldenkrise ist das ein wichtiges Signal, das Investoren an den internationalen Finanzmärkten Vertrauen geben soll.

"Österreich hat seine Wettbewerbsfähigkeit im Jahr 2011 bestätigt bekommen", erklärte Nationalbank-Direktor Andreas Ittner am Freitag vor Journalisten. Im Jahr 2011 habe sich in der Leistungsbilanz, die im Wesentlichen den Außenhandel mit Gütern und Dienstleistungen umfasst, ein Exportüberhang von 5,9 Milliarden Euro oder 1,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ergeben. Damit liegt ein deutlicher Leistungsbilanzüberschuss vor, der jedoch nicht so hoch ist, dass die EU-Kommission wirtschaftliche Ungleichgewichte befürchten müsste. Dies wäre ab 6 Prozent des BIP der Fall.

Überschuss dürfte sinken

Reformen fordert Nationalbank-Direktor Ittner.

Reformen fordert Nationalbank-Direktor Ittner.© APA Reformen fordert Nationalbank-Direktor Ittner.© APA

Zu beachten ist allerdings, dass sich zunehmend eine Schere zwischen dem Außenhandel mit Gütern und jenem mit Dienstleistungen auftut. Im Güterbereich ist der Saldo von Exporten und Importen seit 2008 negativ, wobei sich das Defizit weiter vergrößert. Ein Grund dafür sind laut Ittner Zusatzbelastungen durch gestiegene Preise für Öl und Gas von drei Milliarden Euro. Insgesamt betrug das Defizit im Güterbereich aber sieben Milliarden Euro. Aufwiegen konnte das der Überschuss von 14 Milliarden Euro bei Dienstleistungen: Im Tourismussektor ist 2011 um 6,7 Milliarden Euro mehr ins Land geflossen, als Österreicher im Ausland ausgegeben haben - ein Plus beim Saldo von 6,3 Prozent gegenüber 2010. Noch stärker gewachsen ist der Überschuss bei sonstigen Dienstleistungen - etwa im Technologiebereich. Dieser stieg um 15,9 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro.

Insgesamt ist der Leistungsbilanzüberschuss im Vergleich mit 2010 allerdings deutlich zurückgegangen. Damals betrug dieser noch 8,6 Milliarden Euro. Für 2012 erwartet Ittner zwar erneut eine positive Leistungsbilanz. Der Überschuss dürfte in einem Bereich von 1,5 bis 2 Prozent des BIP zu liegen kommen - potenziell also unter dem des Vorjahres.

Es lägen hierzu noch keine verlässlichen Daten vor, erklärt der OeNB-Direktor. Die Unternehmen müssten jedoch die höheren Energiepreise verdauen. Insgesamt solle Österreich die gute realwirtschaftliche Situation nutzen, um "anstehende Reformen" - etwa die Konsolidierung des Staatshaushaltes - umzusetzen.




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Dokument erstellt am 2012-05-04 19:08:12


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