• vom 08.05.2012, 17:40 Uhr

Österreich

Update: 09.05.2012, 16:40 Uhr
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Nach zehn Jahren wird im mutmaßlichen New-Economy-Krimi über Anklage entschieden

Wirtschaftskrimi YLine steht vor "Enderledigung"


Von Kid Möchel

  • Obergericht schmettert Einwände gegen Gutachter Keppert endgültig ab.

Im YLine-Verfahren mahlen Mühlen der Justiz sehr langsam. apa

Im YLine-Verfahren mahlen Mühlen der Justiz sehr langsam. apa© APA Im YLine-Verfahren mahlen Mühlen der Justiz sehr langsam. apa© APA

Wien. Der mutmaßliche Wirtschaftskrimi um die frühere börsennotierte New-Economy-Firma YLine Internet Business Services AG von Werner Böhm ist das älteste Ermittlungsverfahren, das noch nicht aufgearbeitet wurde. Das Gutachten des Sachverständigen Thomas Keppert liegt seit sieben Jahren vor, aber erst jetzt, nach zehn Jahren Verfahrensdauer, wird das Strafverfahren mit der Aktenzahl 13 St 6/11k in geordnete Bahnen gelenkt.

"Auch das Oberlandesgericht Wien hat jetzt der Beschwerde gegen den Sachverständigen keine Folge gegeben, der Sachverständige ist somit endgültig bestätigt und der Akt ist jetzt wieder bei uns", sagt Martin Ulrich von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zur "Wiener Zeitung". "So wie es jetzt aussieht, sind keine weiteren Erhebungen notwendig. Wir sind schon recht weit und wir sind vor der Enderledigung." Nachsatz: "Wir schauen, dass wir den Fall so rasch wie möglich finalisieren können, und es wird sicherlich Berichterstattung an die Oberstaatsanwaltschaft und das Ministerium geben, da es ein Fall von öffentlichem Interesse ist." Das heißt, der Ankläger wird einen Vorhabensbericht über eine Anklage oder Einstellung des Verfahrens verfassen.

Dabei war das Verfahren um die spektakuläre YLine-Pleite 2001 schon im Vorjahr auf dem Weg zur Oberstaatsanwaltschaft. Unter anderem soll es dabei um die Klärung von Verjährungsfragen bei einzelnen Vorwürfen und Personen gegangen sein.

Doch dann wechselte Staatsanwalt Alexander Marchart samt Akt von der Wiener Anklagebehörde zur Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Laut Werner Böhms eigenen Angaben erfolgte im August 2011 ein Befangenheitseinspruch gegen YLine-Gutachter Keppert, der im Jänner 2012 abgeschmettert wurde. Dagegen wurde ein weiteres Rechtsmittel beim Oberlandesgericht Wien eingelegt - auch erfolglos. Das Ermittlungsverfahren dreht sich um den Verdacht der Untreue und Bilanzfälschung und umfasste ursprünglich 25 Verdächtige. Die Zahl soll aber aufgrund von Verjährung drastisch geschrumpft sein. Laut früheren Stellungnahmen bestreiten der frühere YLine-Zampano Werner Böhm und die anderen Verdächtigen alle Vorwürfe. Sie beklagen auch die lange Verfahrensdauer.



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Dokument erstellt am 2012-05-08 17:47:06
Letzte Änderung am 2012-05-09 16:40:36


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