• vom 10.05.2012, 10:16 Uhr

Österreich

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Euro-Krise hat aber auch die EU-Integration vertieft

OeNB-Chef Nowotny befürchtet neue Vertrauenskrisen



Wien. Die Euro-Schuldenkrise und besonders die neuen Sorgen um Griechenland dominierten am Donnerstag die 40. Volkswirtschaftliche Tagung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in Wien. OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny sprach von nervösen Märkten und warnte vor neuen Vertrauenskrisen. Wenn Rettungspaketen oder zwischenstaatlichen Transfers die öffentliche Unterstützung versagt bleibe, könnte dies zu einer neuen Vertrauenskrise führen.

Die Schuldenkrise läute eine neue Ära in der europäischen Wirtschafts- und Finanzarchitektur ein, so Nowotny weiter. Die aus der Krise resultierenden gegenwärtigen Probleme seien schwierig zu lösen. Europa könne allerdings gestärkt daraus hervorgehen, wirtschaftlich wie politisch.

Schon jetzt sei klar, dass die Antworten der europäischen Wirtschaftspolitik auf die Krise die europäische Integration wesentlich vorangetrieben hätten. "Die Krise könnte genutzt werden, um die einzelnen, nationalen Interessen zu überwinden und eine tiefere Integration der EU zu erreichen", betonte Nowotny.

Ziel sollte sein, dass Konsolidierungen immer im Zusammenhang mit ihren Wachstumsauswirkungen betrachtet werden. Zeitlich gesehen würden sich diese Konsolidierungen kurzfristig aber wachstumsdämpfend, langfristig aber wachstumserhöhend auswirken, betonte Nowotny. Diese zeitlichen Verzögerungen führten zur Notwendigkeit von "externen Politikinterventionen".

Nowotny bedauerte, dass die jüngsten Entwicklungen auf den Anleihemärkten zeigten, dass die Haushaltsprobleme im Euroraum noch nicht als vollständig gelöst betrachtet werden könnten. Mehrere Staaten des Euroraumes seien derzeit mit einem Glaubwürdigkeitsproblem konfrontiert, das zu hohen Risikoprämien führe. Sehr hohe Verschuldungsniveaus hätten signifikante Konsolidierungsprogramme notwendig gemacht. Die daraus resultierende soziale und politische Instabilität und das abgeschwächte Wirtschaftswachstum führten ihrerseits zur Verunsicherung der internationalen Kreditgeber.

Die Staaten des Euroraums müssten sich heuer vom 2. bis 4. Quartal mit 912 Mrd. Euro refinanzieren, nächstes Jahr seien es rund 880 Mrd. Euro. In normalen Zeiten könnten die Märkte solche Beträge stemmen. In "nervösen Zeiten" wie jetzt hänge sehr viel an der Kreditfähigkeit der Schuldner.

Zugleich betonte Nowotny, dass auf die Ausgestaltung der Finanzmarktregulierung in Zukunft verstärktes Augenmerk gelegt werden müsse, da Bankenkrisen die Realwirtschaft schwer und über längere Zeiträume beeinträchtigten.




Schlagwörter

Konjunktur, OeNB, Ewald Nowotny

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-10 10:17:23


Beliebte Inhalte



Klar ist bereits, dass alle Arbeitnehmer 30 Tage Kündigungsschutz haben. Über die Gewerkschaft wird organisiert, dass die Betroffenen ihre Entgeltforderungen fristgerecht beim Insolvenzgericht einbringen. - APA/BARBARA GINDL
  • Insolvenzentgeltfonds hat Mittel für Arbeitnehmer gesichert.
  • weiter

Geld versenkt haben die Gläubiger der Alpine - unter anderem im Tunnelbau. - apa
  • Republik und Banken tragen Hauptlast, schlechte Karten für Anleihezeichner.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Die Steuervorschriften gelten auch für das Modelabel. - Foto: Dolce & Gabbana, Collage: WZ Online
  • Anwalt will Berufung einlegen
  • weiter

  • Habau: Eine Gesamtübernahme braucht Zeit, rascher wäre Filetierung.
  • weiter

Die OECD sieht einen ökonomische Mehrwert der Migration. - © ThorstenSchmitt - Fotolia.com
  • EU-Kommission: Europa soll für qualifizierte Arbeiter attraktiver werden.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Gekommen, um wieder zu gehen: Gottwald Kranebitter will Hypo Alpe Adria verlassen. - apa/Techt
  • Fimbag soll aufgewertet werden und "Bad Bank" steuern.
  • ÖVP will Fekter nicht mehr in nächster Regierung haben - Hoffen auf Brüssel.
  • weiter

Die Österreicher halten sich beim Neuwagenkauf zurück. - APAweb / APA, Barbara Gindl
  • Mehr Motorräder zugelassen.
  • weiter

An der Existenz des Bauriesen hängen Tausende Jobs. Die Alpine selbst beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland). - APAweb/BARBARA GINDL
  • Geschäftsführung strebt Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an
  • weiter




Werbung



Die Akte Hypo - Bild: APAweb

Firmenmonitor






Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung