• vom 10.05.2012, 16:45 Uhr

Österreich

Update: 11.05.2012, 11:14 Uhr
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Der gebürtige Wiener Bernhard Niesner hat die weltgrößte Internet-Sprachplattform Busuu mitgegründet

Spielend Sprachen lernen


Von Sophia Freynschlag

  • 15 Millionen Nutzer sind auf der Plattform gleichzeitig Schüler und Tutor.

Madrid.

Überall auf der Welt pauken Sprachschüler mit Busuu.

Überall auf der Welt pauken Sprachschüler mit Busuu.© Pixelot - Fotolia Überall auf der Welt pauken Sprachschüler mit Busuu.© Pixelot - Fotolia

"Nicht mehr zeitgemäß, mühsam und kostspielig" findet Bernhard Niesner traditionelle Methoden zum Sprachenlernen wie Vokabeln pauken und Frontalunterricht. Gemeinsam mit dem Schweizer Adrian Hilti, den er während eines MBA-Studiums in Madrid kennenlernte, gründete er daher 2008 die Lernplattform Busuu. "Ich wollte mehr Spaß ins Sprachenlernen bringen", sagt der Wiener, der seit mehr als fünf Jahren in Madrid lebt.

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Benannt ist die Internet-Lernplattform nach einer Sprache aus Kamerun, die vom Aussterben bedroht ist und laut Studien nur mehr von sehr wenigen Menschen gesprochen wird. Zwölf Sprachen werden angeboten - von Englisch über Russisch und Arabisch bis Chinesisch.

Mehr als 15 Millionen Mitglieder zählt die Webseite derzeit, pro Tag melden sich rund 20.000 neue Nutzer an. Damit ist Busuu laut eigenen Angaben die größte Online-Community zum Sprachlernen weltweit. "Die meisten Nutzer haben wir in Brasilien und Russland", sagt Niesner.

Spanisch lernen, während man auf die U-Bahn wartet

Die Benutzer können kostenlos in audiovisuellen Online-Kursen ihre Kenntnisse verbessern und über Video-Chat oder gegenseitiges Korrigieren von Texten mit anderen Mitgliedern online in Kontakt treten. Eine Premium-Mitgliedschaft ab fünf Euro pro Monat bietet Zugang zu zusätzlichen Lerninhalten wie Grammatikmaterial. Spielelemente wie die "Busuu berries" sollen motivieren und den Lernerfolg zeigen.

"Jeder Nutzer ist zugleich Schüler einer Fremdsprache und Tutor in seiner eigenen Muttersprache", sagt der 33-Jährige, der seit mehr als fünf Jahren in Madrid lebt. Laut einer Umfrage auf der Webseite ist der fehlende Kontakt zu Muttersprachlern eine der größten Schwierigkeiten beim Sprachenlernen.

Bernhard Niesner spricht selbst vier Sprachen.

Bernhard Niesner spricht selbst vier Sprachen.© Busuu Bernhard Niesner spricht selbst vier Sprachen.© Busuu

Noch direkter ist der Kontakt über die mobile Version, die in elf Sprachen bis auf Arabisch erhältlich sind. Mit der neuen Version der Applikation (App) erhalten Nutzer innerhalb von wenigen Minuten eine Korrektur ihres Textes von einem anderen Mitglied - etwa aus Mexiko - auf ihr Smartphone oder ihren Tablet-Computer, während sie beispielsweise auf die U-Bahn warten.

"Heutzutage ist es den Sprachschülern sehr wichtig, sich flexibel einzuteilen, wann und wo sie Sprachen lernen", sagt Niesner, der mit der App neue Kundenschichten erreichen will.

Der Umsatz von Busuu wird sich heuer vervierfachen und siebenstellig sein - genaue Zahlen gibt das Unternehmen mit Sitz in Madrid nicht bekannt. Die Einnahmen kommen zum Großteil aus den Premium-Mitgliedschaften sowie aus den Downloads der Bezahl-Version der mobilen App. 15 Prozent des Umsatzes werden durch den Verkauf von Banner-Werbung gemacht.

Gespräche mit Investoren für dritte Finanzierungsrunde

Die Zahl der Mitarbeiter soll bis Jahresende von derzeit zwölf auf 30 bis 40 Beschäftigte steigen. Eingestellt werden vor allem Programmierer und Native Speaker.

Das Unternehmen plant neue Apps und Kurse für andere Zielgruppen - spezielle Business-Kurse gibt es schon. Außerdem soll das Lernmaterial weiter verbessert werden, wofür Busuu mit Verlagen wie Pons kooperiert.

Für die nächsten Wachstumsschritte steht Busuu gerade in einer Finanzierungsrunde. Bisher waren zwei Privatpersonen die Geldgeber: Zwei Jahre nach der Gründung investierte der Wiener Johann Hansmann, der im Vorjahr als "Business Angel des Jahres" in Österreich ausgezeichnet wurde. 2011 betätigte sich Martin Varsavsky als Business Angel - ein argentinischer Unternehmer, der in Spanien lebt. "Derzeit laufen Gespräche mit Risikokapitalgebern", sagt Niesner.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-10 16:50:10
Letzte Änderung am 2012-05-11 11:14:57


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