Madrid. (kle/afp/dpa) Spaniens kriselnde Banken müssen ihre Risikovorsorge deutlich aufstocken. Die Regierung in Madrid hat am Freitag eine weitere Reform des Geldsektors verabschiedet. Demnach müssen die Banken ihre faulen Kredite auslagern und ihren Kapitalpolster um insgesamt 30 Milliarden Euro erhöhen.
Die spanischen Institute sind nach dem Platzen einer Immobilienblase in einer schwierigen Situation. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hatte erst kürzlich insgesamt neun Banken herabgestuft, darunter Europas wertvollstes Kreditinstitut, die Banco Santander.
Bei der viertgrößten Bank des Landes, Bankia, hatte der Staat bereits am Donnerstag die Kontrolle übernommen, indem sein Hilfskredit aus dem Jahr 2010 in Aktien umgewandelt und er somit zum größten Aktionär der Bank wurde. Der Staat hält nun 45 Prozent der Anteile. Bankia sitzt auf notleidenden Immobilienkrediten im Volumen von mehr als 30 Milliarden Euro und gilt deshalb als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Das Institut ist erst vor zwei Jahren aus der Fusion der Caja Madrid mit sechs schwächelnden Sparkassen (Cajas) entstanden.
Abwicklung von Altlasten
Laut dem jetzigen Regierungsbeschluss sollen sich die Banken von Altlasten befreien. Toxisches und somit problembeladenes Vermögen soll in Bad Banks ausgelagert werden. Die sollen dann versuchen, einen Preis für diese giftigen Assets zu finden, und sie möglichst auch verkaufen. "Das wird Pflicht für alle Institute", betonte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Die Banken hatten während des Immobilienbooms massenhaft Kredite vergeben, die etliche Kreditnehmer - Privatleute, aber auch Investoren von großen Projekten - nun nicht mehr bezahlen können.
Staatliche Mittel zur Sanierung des Sektors sollen grundsätzlich nicht bereitgestellt werden. Erwogen wird aber, den Banken Darlehen zu gewähren.