• vom 25.05.2012, 18:17 Uhr

Österreich

Update: 25.05.2012, 18:32 Uhr
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Befürchtete Piloten-Massenflucht dürfte doch nicht stattfinden

Bisher sagen 80 AUA-Piloten Adieu


Von Karl Leban

  • Keine Rede mehr von 200 oder 300 Abgängen.
  • Peter Malanik am Freitag aus Vorstand ausgeschieden.

Wien.

Drei Stunden Betriebsversammlung am Freitag: AUA-Bordbetriebsratschef Minhard verkündete seinen Verbleib als Pilot. "Das ist ein Signal auch für andere Piloten gewesen", meinte er nachher.

Drei Stunden Betriebsversammlung am Freitag: AUA-Bordbetriebsratschef Minhard verkündete seinen Verbleib als Pilot. "Das ist ein Signal auch für andere Piloten gewesen", meinte er nachher.© APA/HERBERT NEUBAUER Drei Stunden Betriebsversammlung am Freitag: AUA-Bordbetriebsratschef Minhard verkündete seinen Verbleib als Pilot. "Das ist ein Signal auch für andere Piloten gewesen", meinte er nachher.© APA/HERBERT NEUBAUER

Der befürchtete Massenabgang von Piloten - und damit ein Chaos im Flugbetrieb - dürfte der ohnehin krisengeplagten AUA nun doch erspart bleiben. Bisher sind es zwar schon 80 Piloten, die sich wegen des umstrittenen Betriebsübergangs zur Tyrolean entschieden haben, die Abfertigung zu kassieren und zu gehen. Und bis Ende der einmonatigen Kündigungsfrist (31. Mai) könnten noch einige dazukommen. Aber mittlerweile ist bei den Belegschaftsvertretern keine Rede mehr von 200 oder 300 Abgängen wie zuvor.

In einer Betriebsversammlung am Freitag gab AUA-Bordbetriebsratschef Karl Minhard vor mehreren hundert Kollegen seinen Verbleib als Pilot bekannt. Auch sein Stellvertreter Wolfgang Widmann wird dem Unternehmen nicht den Rücken kehren. "Das ist ein Signal auch für andere Piloten gewesen", sagte Minhard nach der Betriebsversammlung vor Journalisten. Etliche Kollegen hätten ihm erklärt, nur deshalb zu bleiben, "weil auch ihr bleibt". Die AUA hat mehr als 500 Piloten.

"Wären wir gegangen, wäre der Kollaps perfekt gewesen", so Minhard. Weil man damit Augenmaß bewiesen habe, will der Bordbetriebsratschef nun, dass der Vorstand wieder Platz am Verhandlungstisch nimmt. Indes bekräftigte die AUA erneut: "Am Betriebsübergang wird nicht mehr gerüttelt." Von der Auslagerung ihres Flugbetriebs zur Tochter Tyrolean verspricht sich die marode Airline nachhaltige Einsparungen bei den Personalkosten.

Mehrere Klagen eingebracht

Nicht mehr im AUA-Vorstand: Peter Malanik (50).

Nicht mehr im AUA-Vorstand: Peter Malanik (50).© APA/HERBERT NEUBAUER Nicht mehr im AUA-Vorstand: Peter Malanik (50).© APA/HERBERT NEUBAUER

Gegen die drohende arbeitsrechtliche Schlechterstellung durch die "Fusion" hat die Gewerkschaft bereits mehrere Klagen eingebracht. Kommende Woche soll eine Feststellungsklage beim Obersten Gerichtshof folgen. Nach wie vor sind die Belegschaftsvertreter der Meinung, dass die im Frühjahr vom Management gekündigten Kollektivverträge nachwirken. Damit, so das Argument, seien die geplanten Einsparungen bis auf Weiteres gar nicht machbar.

Ebenfalls um Rechtsfragen ging es in der dreistündigen, bis Mittag dauernden Betriebsversammlung. Dabei kam es aber auch zu emotionalen Auftritten. Eine langjährige Flugbegleiterin verabschiedete sich unter Tränen von allen. Sie könne so nicht mehr weiter. Ein Teilnehmer sagte laut APA, es sei "schäbig, wie die Firma mit den Menschen umgeht". Nach bisherigem Stand werden auch 170 Flugbegleiter des AUA-Bordpersonals das Unternehmen verlassen.

Am Freitag sind wegen der Betriebsversammlung vier AUA-Flüge ausgefallen (nach Stuttgart und Bagdad sowie retour). Airline-Chef Jaan Albrecht entschuldigte sich: "Wir bedauern diese Flugausfälle. Das ist für unsere Passagiere und auch für uns selbst extrem unangenehm." Weiters waren 13 Flüge (zum Beispiel nach New York, Toronto und Tel Aviv) verspätet.

Notfallpläne für Pfingsten
Für das verkehrsreiche Pfingstwochenende hat die AUA unterdessen vorgesorgt, wie sie am Freitag betonte. Falls es wie an den beiden vorangegangenen Wochenenden zu überhöhten Krankenständen bei den Piloten kommen sollte, würden Lufthansa und Swiss aushelfen.

Neuigkeiten gibt es auch in Sachen AUA-Vorstand: Peter Malanik (50) ist am Freitag vorzeitig aus der Chefetage ausgeschieden und hat das Unternehmen nach 27 Jahren verlassen. Sein Vertrag wäre noch bis Ende 2012 gelaufen. Malaniks Agenden als Chief Operating Officer werden nun von AUA-Chef Albrecht und -Vorstand Karsten Benz übernommen.




Schlagwörter

Österreich, Verkehr, Luftfahrt, AUA

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-25 18:23:12
Letzte Änderung am 2012-05-25 18:32:59


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