
Wien. (hes) Die meisten Rindviecher (11.669) und Hendln (459.551) waren in Wolfsberg in Kärnten daheim. Am meisten Schwein hatte 2010 hingegen Wartberg an der Krems in Oberösterreich (37.487). Das sind Details der Vollerhebung der Agrardaten, wie sie die Statistik Austria alle zehn Jahre durchführt. Das Bild der landwirtschaftlichen Entwicklung ist ungebrochen: In Österreich gibt es immer weniger, dafür größere Betriebe. "Es ist oft nicht rentabel, kleine Betriebe weiterzuführen", sagt Statistik-Chef Konrad Pesendorfer. Ein Teil davon gehe in größeren Betrieben auf.
Das macht sich in der Fläche, mehr aber noch im Viehbestand bemerkbar: Österreichs Bauern nutzen nun im Durchschnitt 18,8 Hektar Fläche (Grafik). Die Zahl der Schweine pro Betrieb hat sich seit 1999 von 42 auf 85 mehr als verdoppelt, jene der Rinder, Kühe, Schafe und Ziegen ist ebenfalls klar gestiegen – wenngleich weniger drastisch. In Summe sind die Nutztiere österreichweit dennoch weniger geworden.
Grund ist der Strukturwandel, oft flapsig "Bauernsterben" genannt. Seit dem EU-Beitritt 1995 hat sich die Zahl von knapp 240.000 auf 173.000 Betriebe reduziert. Pro Tag haben 12 Bauernhöfe zugesperrt; besonders viele im Burgenland und Weinviertel.
Nach internationalen Maßstäben bleibt Österreichs Landwirtschaft aber kleinstrukturiert. "Ein Hof bewirtschaftet bei uns knapp 20 Hektar, einer in Deutschland knapp 50 und in Tschechien gut 90 Hektar", sagt Bauernbund-Präsident Jakob Auer. Mit Hilfe der Bergbauern- und Umweltförderungen sei es zwar gelungen, die Zahl der Betriebe in benachteiligten Gebieten relativ konstant zu halten, erklärt Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski. Allerdings führe der Marktdruck und technische Fortschritt zu einem Betriebsschwund im Ackerbau. In der Tierhaltung zeige sich der Druck durch den offenen Binnenmarkt und die großen Lebensmittelketten ebenfalls – beides verlange nach "schlagkräftigeren Einheiten".
Bettenzahl stark gesunken
Sowohl die Zahl der Haupt- als auch der Nebenerwerbsbetriebe nimmt in Österreich ständig ab. Zuletzt waren 39 Prozent Haupterwerbslandwirte, die Mehrzahl von 54 Prozent sieht im Agrarbetrieb nur noch einen Nebenerwerb. Laut Statistik Austria nehmen 70 Prozent der Betriebe Förderungen zur Entwicklung des ländlichen Raums in Anspruch.
Bei den Nebentätigkeiten gibt es signifikante Zuwächse nur bei der Energieerzeugung (vor allem aus Biomasse) und Dienstleistungen für Kommunen oder andere Betriebe (vom Maschinenring bis hin zur Schneeräumung). Andere Aktivitäten wie Fischzucht oder die Weiterverarbeitung mit anschließendem Verkauf von Lebensmitteln spielen eine immer geringere Rolle. Ganz massiv ist die Zahl der Betriebe mit Fremdenverkehr zurückgegangen: von knapp 15.500 im Jahr 1999 auf nur noch 9900 Ende 2010.