Wien. (kle/hdt) Mit fast vier Jahren Verspätung ist es kommenden Dienstag soweit: Der Flughafen Wien-Schwechat, Österreichs größter Airport, nimmt das neue Terminal Skylink in Betrieb. Alles in allem sind vom Planungsbeginn bis zur Eröffnung des Zubaus 13 Jahre ins Land gezogen. Überschattet war das Projekt von Missmanagement, Korruptionsaffären sowie einer Explosion der Baukosten. Die Justiz ist seit längerem - und wohl auch noch jahrelang - damit beschäftigt, den Fall Skylink aufzuarbeiten. Einige Flughafen-Manager, darunter die Vorstände Christian Domany und Herbert Kaufmann, hat der Skandal den Job gekostet.
Nach den öffentlichen Querelen hatten die Länder Wien und Niederösterreich, die als Hauptaktionäre je 20 Prozent am Flughafen halten, für die Fertigstellung des Terminals eine Frist bis heuer gestellt. Jetzt ist der Bau fertig und der mehrfach revidierte Kostenplan nicht erneut überschritten. Die neuen Flughafen-Chefs Günther Ofner und Julian Jäger beziffern die Baukosten heute mit deutlich weniger als 770 Millionen Euro. Damit sind sie fast doppelt so hoch wie anfangs veranschlagt. Noch im Mai 2009 gab es Gerüchte über eine Kostenexplosion auf eine Milliarde Euro.
Hauptkunde Lufthansa-Gruppe
Wohl auch um die Vergangenheit abzuhaken, heißt das neue Terminal statt "Skylink" in Zukunft "Check-in 3". Der Zubau, der eine Gesamtfläche von 150.000 Quadratmetern hat, wird vor allem für den Lufthansa-Konzern reserviert sein, also für die Lufthansa selbst und ihre Töchter AUA und Swiss. Die AUA, die nach wie vor größte Kundin des Flughafens, stellt in Wien-Schwechat gut die Hälfte aller Passagiere - 2011 waren es 11,3 Millionen. Die USA-Flüge der AUA werden wegen strengerer Sicherheitskontrollen aber weiter in "Check-in 2" und den D-Gates abgefertigt, während "Check-in 3" nicht nur weiteren Airlines des von Lufthansa geführten globalen Flugverbunds Star Alliance offen steht, sondern auch Golfstaaten-Carriern wie Emirates und Quatar Airways.
"Natürlich gehen auch wir davon aus, dass es einige Kinderkrankheiten geben wird", räumte Flughafen-Vorstand Jäger am Freitag ein. "Alle kleinen Mängel oder Fehler, die da und dort sicher auftreten, werden wir aber in kürzester Zeit beheben", insgesamt werde der neue Terminal gut funktionieren. Desaströse Pannen wie beim Terminal 5 in London-Heathrow oder gar ein Debakel wie beim Aiport Berlin-Brandenburg, dessen für 3. Juni geplante Eröffnung gleich auf März 2013 verschoben werden musste, schließt Jäger aus.
Die Check-in-Schalter im neuen Terminal sind am Dienstag ab 3.30 Uhr geöffnet. Für den ersten Tag rechnet der Flughafen mit etwa 37.000 Passagieren Um 4.45 Uhr wird der erste ankommende Flugreisende erwartet (mit einer AUA-Maschine aus dem ägyptischen Hurgada). Der erste Abflug - ebenfalls ein AUA-Flug, nach Karpathos/Griechenland - ist für 5.25 Uhr angesetzt.