
Wien. "Heute Nacht muss ein Erdbeben östlich von Wien gemessen worden sein": Als der Flughafen-Terminalbau "Check-in 3" in Echtbetrieb ging, fielen den Airport-Managern Steine vom Herzen, sagte Flughafen-Vorstand Günther Ofner. Die von einer Baukosten-Verdoppelung, Vergabeskandalen und mehrjährigen Verzögerungen samt Baustopps überschattete Terminalanlage hatte als "Skylink" für Negativ-Schlagzeilen und jede Menge Managerrücktritte gesorgt. Zuletzt ist nichts mehr dazwischengekommen. Der Zeitplan hat gehalten, auch wenn die Airport-Spitze wie alle Bauherren bis zuletzt Albtraum-Szenen meistern mussten. Bei den nächsten Großinvestitionen am Airport (590 Millionen Euro allein bis 2015) würden frühere Fehler sicher nicht mehr gemacht, wurde bei der Inbetriebnahme am Dienstag allseits versichert.
"Wenn man sich den Lebenszyklus dieses Großprojekts ansieht, dann war jede Skepsis bis zum heutigen Tag gerechtfertigt", sagte Aufsichtsratschef Erwin Hameseder. Die Inbetriebnahme sei nun geglückt. Hameseder sprach von einem Meilenstein, Skylink sei ein Vorzeige-Tor für Österreich und ein wesentliches Infrastrukturprojekt. Der heutigen Eröffnung sei freilich ein "Kraftakt" vorangegangen.
Der Flughafen habe sich neu aufgestellt, habe neue Manager eingesetzt. Es war ein "radikaler Neubeginn". Es habe in der Vergangenheit viele Fehler gegeben, sagte Hameseder, der als neuer Chef des Kontrollgremiums fungiert. Die Konsequenzen seien gezogen, nach den bisherigen Vergleichen will er noch zweistellige Schadenersatzsummen zurückholen. "Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um den in der Vergangenheit erwachsenen Schaden zu minimieren". An anderer Stelle der Aufarbeitung des Skylink-Bauskandals sind die Justizbehörden am Wort.
Montag Abend hat der Flughafen für den Terminalbau die behördliche Betriebsanlagegenehmigung erhalten, "damit konnten wir durchstarten", sagte Hameseder.
Schrecksekunden mit streikenden Gepäckbändern
Am neuen Terminal werden 60 Prozent der Passagiere von Wien-Schwechat abgefertigt. Hier sind die Gates von AUA und Lufthansa. Im Neubau ist auch die zentrale Ankunftshalle.
Flughafen-Vorstand Ofner und sein Kollege Julian Jäger berichteten heute von etlichen Schrecksekunden, die dem "reality check" am neuen Check-in 3 vorangingen. Verschiedene kleinere und größere Pannen hatten bis zuletzt die schnelle Eingreiftruppe beschäftigt. Bis auf ganz wenige Ausnahmen habe alles funktioniert.