Wien. Der Betriebsrat Bord hat einem ungewöhnlichen Deal mit dem Vorstand der AUA zugestimmt: Weil aufgrund des Abgangs von 117 Piloten ab Juli zu wenig fliegendes Personal vorhanden ist, kann die Airline je nach Bedarf auf wahrscheinlich bis zu 42 Piloten zurückgreifen, die das Unternehmen im Zuge des Betriebsübergangs zur Tyrolean (mit hohen Abfertigungszahlungen) verlassen haben. Dies berichtet die Tageszeitung "Der Standard" in ihrer Freitagausgabe.
Als Folge des Betriebsübergangs an Tyrolean musste die AUA 70 Mio. Euro für Abfertigungszahlungen aufwenden.
Die Rückkehr per Einzelvertrag soll bis Ende November limitiert sein, der Betriebsrat muss bei jedem einzelnen, der als Freelancer zum Einsatz kommt, seine Zustimmung geben. Die Bezahlung erfolgt nach Blockstunden oder per Tag. Für einen Bangkok-Flug (vier Tage unterwegs, zwei mal elf Stunden Flugzeit) würde ein Kapitän rund 4.000 Euro bekommen.
Langstreckenpiloten gefragt
Gesucht würden de facto nur Langstreckenpiloten, weil auf der Kurz- und Mittelstrecke geleaste Flieger samt Mannschaft von Lufthansa, Swiss, Augsburg Air und Welcome Air zum Einsatz kommen.
Der Betriebsrat, der sich in den letzten Monaten gegen den Einsatz von Freelancern stark gemacht hat, befürchtet laut Bericht wegen der hohen Kosten für die Auslagerung von Flügen und der ungewissen Kundenreaktionen, dass sich die Lufthansa möglicherweise zu einer massiven Kürzung speziell auf der Langstrecke entscheidet. Die AUA würde dann zu einem reinen Zubringer verkommen.