
Wien. (apa/sf) Ende Juni waren in Österreich um 5,8 Prozent mehr Personen arbeitslos als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg gleichzeitig um 4,3 Prozent auf 63.567 Personen. Insgesamt waren damit 283.637 Menschen in Österreich ohne Job, um 5,5 Prozent mehr als im Juni 2011, teilte das Sozialministerium am Montag mit.
Die Arbeitslosenquote lag nach österreichischer Berechnungsmethode im Juni bei 5,9 Prozent. Die Zahl gemeldeten offenen Stellen ist laut Sozialministerium um 11,8 Prozent auf 32.336 zurückgegangen.
Die Beschäftigung von Älteren (ab 50 Jahren) ist zwar überdurchschnittlich stark gestiegen, aber auch die Arbeitslosigkeit ist in dieser Altersgruppe mit einem Zuwachs von 10,9 Prozent auf 51.621 überdurchschnittlich hoch ausgefallen. Am stärksten sind Beschäftigte von Leiharbeitsfirmen von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen: Mit 14,7 Prozent stieg ihre Arbeitslosigkeit fast zehnmal so stark wie die Arbeitslosigkeit der direkt in der Industrie Beschäftigten. Leiharbeiter fallen sehr stark Auslastungsschwankungen und der schwächeren Industriekonjunktur zum Opfer, so die Begründung.
Überdurchschnittlich stark ist die Arbeitslosigkeit am Bau und im Gesundheits- und Sozialwesen - hier vor allem bei Geringqualifizierten - angestiegen. Handel und Tourismus waren unterdurchschnittlich stark betroffen.
Niedrigste Quote in der EU
Innerhalb der EU hat Österreich mit 4,1 Prozent laut aktuellen Daten von Mai weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit, vor den Niederlanden und Luxemburg mit 5,1 bzw. 5,4 Prozent. Im Durchschnitt der 27 EU-Staaten stieg die Arbeitslosenquote leicht auf 10,3 Prozent, im Euroraum auf 11 Prozent. Die höchsten Quoten meldeten Spanien (24,6 Prozent) und Griechenland (21,9 Prozent). Die höchsten Anstiege gab es in Griechenland, Spanien und Zypern. Die Jugendarbeitslosenquote lag im Mai in der EU bei 22,7 Prozent, im Euroraum bei 22,6 Prozent. Die niedrigsten Quoten verzeichneten Deutschland (7,9 Prozent), Österreich (8,3 Prozent) und die Niederlande (9,2 Prozent), die höchsten Griechenland und Spanien (je 52,1 Prozent).
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