Ulm/Pucking. (kmö) Die Verhandlungen über die Übernahme der operativen Österreich-Tochter (Anton Schlecker GmbH) des deutschen Schlecker-Konzerns durch einen Investor sollen vor einer ersten Entscheidung stehen.
"Informell soll heute, Freitag, oder am Montag eine diesbezügliche Grundsatzentscheidung fallen, ob man mit den zwei Interessenten weiter in die Tiefe dringt", heißt es im Umfeld des Puckinger Unternehmens. "In dieser zweiten Verhandlungsrunde spricht man schon über viele Details, aber eine rechtliche Due Diligence müsste man dann noch machen, da einige Risiken nicht bewertet sind."
Indes wird die Liste der ursprünglichen Interessenten immer länger, wie die "Wiener Zeitung" berichtete: So soll auch Global America Europe mit Sitz in London, ein Spezialist für Restrukturierung von Handelsketten, Interesse am Österreich-Geschäft angemeldet haben.
Indes soll die MTH um Martin Waldhäusl und Josef Taus nach wie vor mit Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz über die Übernahme der deutschen Schlecker-Tochter "Ihr Platz" (490 Filialen) verhandeln. "Mit der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich heben sie das mit links", sagt ein Insider. Ein Share-Deal mit Schlecker Österreich soll für MTH nicht infrage kommen, meinen Beobachter. In diesem Fall schreibt man MTH eine abwartende Position zu. Dem Vernehmen nach soll bei Schlecker Deutschland nur mit einer Gläubigerquote von rund fünf Prozent gerechnet werden. Wenn die Kündigungsschutzklagen der 4000 Mitarbeiter durchgehen, könnte die Quote auf null Prozent sinken.