• vom 12.07.2012, 17:49 Uhr

Österreich

Update: 12.07.2012, 19:13 Uhr
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Rund 150 Mitarbeiter sind von Pleiten betroffen

Shopbetreiber Sardana will die Konkurse bekämpfen


Von Kid Möchel

  • Schulden auf 20 Millionen Euro geschätzt.

Im neuen Check-In 3 am Flughafen Wien sind die Shops von Sardana bereits Geschichte. - © APA/HELMUT FOHRINGER

Im neuen Check-In 3 am Flughafen Wien sind die Shops von Sardana bereits Geschichte. © APA/HELMUT FOHRINGER

Wien-Schwechat. Die rechtliche Auseinandersetzung zwischen dem Flughafen-Shopbetreiber Rakesh Sardana und der Flughafen Wien AG wird härter. Der Flughafen hat sich, flankiert vom Gläubiger Gebietskrankenkasse Niederösterreich, mit seinen Konkursanträgen wegen Forderungen in Höhe von rund drei Millionen Euro erfolgreich durchgesetzt. Richterin Elfriede Weiss vom Landesgericht Korneuburg hat am Donnerstag die Konkursverfahren über die Saveria Handels GmbH, die Artifacts HandelsgmbH und die M. Striberny & Co Nachfolger GmbH eröffnet und laut KSV1870 ausgewiesene Insolvenzexperten als Masseverwalter eingesetzt: Ulla Reisch, Norbert Abel und Christof Stapf.

Laut Gerhard Weinhofer von Creditreform sind um die 150 Mitarbeiter von den Konkursen betroffen, die aktuellen Schulden schätzt er auf etwa 20 Millionen Euro. Diesbezügliche Unterlagen liegen aber noch nicht vor.

"Über die Verbindlichkeiten der Firmen kann ich nichts sagen", sagt Sardanas Sprecher Bernhard Salomon zur "Wiener Zeitung". "Herr Sardana wird die Konkurseröffnungen rechtlich bekämpfen." Nachsatz: "Die Flughafen-Leute versuchen unter der Hand jeden Gläubiger, den er hat, aufzuhetzen." Das bestreitet der Flughafen. Indes hat Sardanas Saveria laut Creditreform 60 Mitarbeiter, aber 11,91 Millionen Euro Schulden bei 12,05 Millionen Euro Umsatz. Der Jahresabschluss stammt aus dem Jahr 2009. Saveria betreibt demnach acht Shops in der Wiener Innenstadt und sieben am Flughafen Wien-Schwechat.

Die Artifacts, die laut Creditreform mit 80 Mitarbeitern fünf Innenstadt-Läden und drei am Flughafen betreibt, soll 2010 rund 11,62 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei 11,37 Millionen Euro Umsatz gehabt haben. Die dritte Gesellschaft, M. Striberny, fällt mit 786.000 Euro Schulden eher weniger ins Gewicht.

Zugleich sollen gegen Sardana zumindest sechs gerichtliche Exekutionsverfahren beantragt worden sein. Wie die "Wiener Zeitung" berichtete, hat die Mezzanin Finanzierungs AG (Bank Austria) einen Exekutionstitel über 1,8 Millionen Euro und hat die Versteigerung einer Liegenschaft von Sardana in Schwechat beantragt. Auf dieser Liegenschaft (Einlagezahl 798) hat die Erste Bank ein Pfandrecht von 200.000 Euro und die Hypo Bank Burgenland eines mit 500.000 Euro. Auf seiner zweiten Liegenschaft sind insgesamt 1,49 Millionen Euro Pfandrechte eingetragen. Hier ist die Raiffeisenbank Schwechat als dritte Gläubigerbank an Bord.

Der Gegenangriff
Indes dreht Sardana den Spieß um und forderte vergangene Woche seinerseits Geld vom Airport.

"Es bestehen Forderungen von Herrn Sardana gegen den Flughafen in Höhe von rund 19 Millionen Euro, die er rechtlich einklagen wird", kündigt sein Sprecher Salomon an. Laut Flughafen-Sprecher Peter Kleemann entbehren diese Forderungen "jeder rechtlichen und faktischen Grundlage". Das habe man Sardana mitgeteilt.




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Dokument erstellt am 2012-07-12 17:56:13
Letzte Änderung am 2012-07-12 19:13:46


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