• vom 18.07.2012, 18:07 Uhr

Österreich

  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Neue Steuer auf Kursgewinne scheidet nach wie vor die Geister



  • Wiener Börse fordert Abschaffung, weil ihr die Handelsumsätze wegbrechen.

Wien.

Börsenvorstand Buhl sieht in der Steuer nur Nachteile.

Börsenvorstand Buhl sieht in der Steuer nur Nachteile.© APA Börsenvorstand Buhl sieht in der Steuer nur Nachteile.© APA

(kle) Die neue Steuer auf Kursgewinne an der Börse droht zum "Rohrkrepierer" zu werden. "Der Fiskus kann froh sein, wenn überhaupt ein paar Millionen aus diesem Titel in die Staatskassen gespült werden", heißt es bei den Banken - laut einem Bericht der "Salzburger Nachrichten". Seit 1. April sind die heimischen Banken verpflichtet, stellvertretend für ihre Wertpapierkunden im Fall realisierter Kursgewinne ein Viertel davon automatisch an den Staat abzuführen.

Dass die bisherigen Einnahmen für den Fiskus offenbar alles andere als üppig sind, hat folgenden Grund: Wegen der Schuldenkrise und Konjunktursorgen gab es für Anleger an der Wiener Börse zuletzt nicht viel zu holen. Kursverluste sind eher an der Tagesordnung - und das seit Jahren.

Dennoch: Für heuer hat das Finanzministerium 50 Millionen Euro an Einnahmen budgetiert, für 2013 bereits doppelt so viel und für 2014 sogar 250 Millionen Euro. Bei den Banken hält man diese Zielwerte für viel zu optimistisch angesetzt. Zudem habe die Wertpapier-KESt viele Anleger von der Börse vertrieben - ein Trend, der weiter anhalten könnte, heißt es in der Finanzbranche zur "Wiener Zeitung".

Finanzministerin Maria Fekter räumt ein, mit dieser Steuer "nie große Freude" gehabt zu haben: "Das war ein Wunsch des Koalitionspartners." Doch sie betont, es sei derzeit noch viel zu früh, um die Entwicklung der neuen Steuer zu beurteilen: "Man wird sich die Ergebnisse in zwei Jahren ansehen müssen."

Die Wiener Börse sieht indes ihre Felle davonschwimmen und fordert die ersatzlose Abschaffung der Wertpapier-KESt, die Teil des Sparpakets der Regierung ist. So seien die Börsenumsätze in Wien seit April um ein Viertel zurückgegangen und damit etwas stärker als an vergleichbaren ausländischen Handelsplätzen. "Das", so Börsenvorstand Michael Buhl im ORF-Radio, "führe ich zum Teil auch darauf zurück, dass die Wertpapier-KESt in Kraft getreten ist." Die Steuer benachteilige den Wiener Kapitalmarkt gegenüber ausländischen Börsen, meint Buhl. Sie bringe nichts. Während derartige Steuern in anderen Ländern abgeschafft worden seien, habe Österreich diese neu eingeführt - "ein schlechtes Signal".




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-18 18:14:04


Beliebte Inhalte



Umbau verzögert sich: Erst 16 der 885 dayli-Filialen in Österreich wurden mit Bistro ausgestattet. - dayli
  • Der Rückzug des bonitätsstarken Miteigentümers gilt als negatives Signal.
  • weiter

  • FCC pocht angeblich auf neue Kredite und auf Haftungen der Republik.
  • weiter

  • Drastische Kurskorrektur - nach wochenlangen Börserekorden.
  • weiter

  • Nowotny pessimistisch - OeNB im Vorjahr mit höchstem Gewinn seit 2005.
  • weiter

  • Japans Exportrivalen in Deutschland verfolgen die Yen-Abwertung mit Skepsis.
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter

Notenbank-Direktor Ittner: Seit 2002 erzielt Österreichs Volkswirtschaft Leistungsbilanzüberschüsse.
  • Leistungsbilanz für 2012 weist
  • 5,5 Milliarden Euro Überschuss aus.
  • weiter

  • In Europa besitzen fünf Firmen die Hälfte aller Patente auf Pflanzen.
  • weiter

Die Regierung hofft, die EU davon abzubringen, dass sie einen Zwangsverkäufer einsetzt. - apa/Techt
  • Kommunalkredit Austria: Verzicht auf neues Geschäft soll EU umstimmen.
  • weiter

  • Nowotny pessimistisch - OeNB im Vorjahr mit höchstem Gewinn seit 2005.
  • weiter




Werbung



Die Akte Hypo - Bild: APAweb

Firmenmonitor






Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

23.05.2013: Nach 28 Jahren stießen Biologen auf eine unbekannte Affenart in Afrika: die Lesula-Affen. Sie leben versteckt in der Lomami-Region in der Dem. Rep. Kongo und wurden nun von der Universität von Arizona für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Werbung