Wien.

Dass die bisherigen Einnahmen für den Fiskus offenbar alles andere als üppig sind, hat folgenden Grund: Wegen der Schuldenkrise und Konjunktursorgen gab es für Anleger an der Wiener Börse zuletzt nicht viel zu holen. Kursverluste sind eher an der Tagesordnung - und das seit Jahren.
Dennoch: Für heuer hat das Finanzministerium 50 Millionen Euro an Einnahmen budgetiert, für 2013 bereits doppelt so viel und für 2014 sogar 250 Millionen Euro. Bei den Banken hält man diese Zielwerte für viel zu optimistisch angesetzt. Zudem habe die Wertpapier-KESt viele Anleger von der Börse vertrieben - ein Trend, der weiter anhalten könnte, heißt es in der Finanzbranche zur "Wiener Zeitung".
Finanzministerin Maria Fekter räumt ein, mit dieser Steuer "nie große Freude" gehabt zu haben: "Das war ein Wunsch des Koalitionspartners." Doch sie betont, es sei derzeit noch viel zu früh, um die Entwicklung der neuen Steuer zu beurteilen: "Man wird sich die Ergebnisse in zwei Jahren ansehen müssen."
Die Wiener Börse sieht indes ihre Felle davonschwimmen und fordert die ersatzlose Abschaffung der Wertpapier-KESt, die Teil des Sparpakets der Regierung ist. So seien die Börsenumsätze in Wien seit April um ein Viertel zurückgegangen und damit etwas stärker als an vergleichbaren ausländischen Handelsplätzen. "Das", so Börsenvorstand Michael Buhl im ORF-Radio, "führe ich zum Teil auch darauf zurück, dass die Wertpapier-KESt in Kraft getreten ist." Die Steuer benachteilige den Wiener Kapitalmarkt gegenüber ausländischen Börsen, meint Buhl. Sie bringe nichts. Während derartige Steuern in anderen Ländern abgeschafft worden seien, habe Österreich diese neu eingeführt - "ein schlechtes Signal".