• vom 31.07.2012, 18:11 Uhr

Österreich

Update: 31.07.2012, 19:15 Uhr
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"Wir sind nicht zerschlagungswürdig"


Von Karl Leban

  • Erste-Chef Treichl: "Haben klare Bankstruktur" - Gewinn rückläufig.



Wien. Zumindest was sie selbst betrifft, hält die Erste Group nichts von der neu aufgekeimten Debatte über die Verkleinerung systemrelevanter EU-Großbanken durch Abspaltung des risikoreichen Investmentbankings. "Bei uns kann man nur wenig zerschlagen, wir haben eine klare Bankstruktur", betont Erste-Chef Andreas Treichl. "Wir sind auch von der Größe her nicht zerschlagungswürdig."

Die Erste sieht sich primär als Bank, die in den Kernmärkten Österreich und Osteuropa das klassische Brot- und Butter-Geschäft betreibt (Einlagen/Kredite). Aktivitäten im Investmentbanking spielen in ihrem Tagesgeschäft - ähnlich wie bei Raiffeisen und Bank Austria - nur eine "weit untergeordnete Rolle". Das bestätigt auch die österreichische Bankenaufsicht.

Im ersten Halbjahr hat die Erste 453,6 Millionen Euro verdient, das waren um fast 13 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2011. Schuld daran waren vor allem höhere Verluste in Rumänien, Ungarn und der Ukraine. Aber auch die neuen Bankensteuern belasteten das Ergebnis - mit insgesamt 114,5 Millionen Euro.

Anteil fauler Kredite steigt
Bei der rumänischen Tochter BCR musste der Firmenwert abermals nach unten korrigiert werden - um 210 Millionen auf 890 Millionen Euro (die Abschreibungen summieren sich bereits auf 1,5 Milliarden). Laut Treichl hat die BCR mit Altlasten zu kämpfen. Um ihr Portfolio zu entrümpeln, soll nun ein weiteres Paket notleidender Kredite verkauft werden.

Ungarn war ebenfalls ein teures Pflaster im Halbjahr: Die vom Staat verfügte Subventionierung von Fremdwährungskrediten kostete die Erste 60,6 Millionen Euro. Ohne den positiven Beitrag aus Anleihen-Rückkäufen (413 Millionen Euro) und Immobilien-Verkäufen (43 Millionen) wäre ihr Halbjahresergebnis wegen Rumänien und Ungarn weit schlechter ausgefallen. Auch kein Lichtblick: An Risikokosten musste die Bank alles in allem mit 981,8 Millionen Euro um 6,6 Prozent mehr berappen. Der Anteil der faulen Kredite am Gesamtkreditbestand stieg auf 9,2 Prozent (Ende 2011: 8,5 Prozent). Die Börse zeigte sich enttäuscht: Am Dienstag rutschte die Erste-Aktie um bis zu sechs Prozent in den Keller.

Keine Pläne gibt es für heuer, die milliardenschwere Staatshilfe zurückzuzahlen. Wegen der Eurokrise seien die Unsicherheiten für Banken derzeit so hoch, "dass wir jede Form von Kapital behalten, die wir haben", sagt Treichl.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-07-31 18:18:16
Letzte Änderung am 2012-07-31 19:15:03


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