Wien. (sf) Die teilstaatliche Post AG hat heuer im zweiten Quartal die "konjunkturelle Unsicherheit" zu spüren bekommen, sagt Postchef Georg Pölzl: "Die Unternehmen waren bei ihren Werbesendungen zurückhaltender." Ein starkes erstes Quartal sorgte dennoch im ersten Halbjahr für einen Umsatzanstieg um 3,1 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) legte um 13,5 Prozent auf 92,2 Millionen Euro zu. Während das Geschäft mit Briefen, Werbepost und Filialen auch aufgrund des Trends zu elektronischen Nachrichten mit rund zwei Prozent moderat gewachsen ist, stieg der Umsatz im Paketgeschäft dank Online-Shopping um knapp fünf Prozent.
Für das Gesamtjahr rechnet Pölzl weiter mit einem stabilen bis leicht steigenden Umsatz. Die Dividendenpolitik (zuletzt 1,70 Euro je Aktie) werde fortgesetzt.
Selbstbedienungsfilialen innächsten Jahren geplant
"Wir werden beim Filialumbau stark auf Selbstbedienung setzen", so Pölzl. Poststellen im neuen Design - bisher zwei - haben einen Selbstbedienungsbereich. Noch heuer werde es Paketfrankierautomaten geben, in ein bis zwei Jahren soll es zudem eigene Selbstbedienungsfilialen geben, um "Postdienstleistungen rund um die Uhr anzubieten".
Von den derzeit 1889 Filialen werden nur noch 606 von der Post selbst betrieben, das Ziel von 500 soll im nächsten Jahr erreicht werden. Ausgebaut wird im Gegenzug die Zahl der Post-Partner: "Ich kann mir noch 100 bis 200 zusätzliche vorstellen", sagt Pölzl.
Das Entlohnungsmodell für die rund 9000 Briefzusteller wird ab 2013 umgesetzt. Künftig werden Briefträger statt mit einer Pauschale nach Arbeitszeit entlohnt. Die Mitarbeiterzahl sank im ersten Halbjahr um 270 auf knapp 23.000. 360 Mitarbeiter sind bisher in den Bundesdienst gewechselt. Positiv steht Pölzl der Initiative gegenüber, dass Postler ohne Beschäftigung in die Schulverwaltung wechseln sollen: Ein ehemaliger Postler arbeitet bereits als Schulwart in Steyr.