• vom 14.08.2012, 17:58 Uhr

Österreich

Update: 14.08.2012, 18:06 Uhr
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Agrarische Fonds- und Veranlagungsprodukte vom Markt genommen

Raiffeisen und ÖVAG verzichten auf Nahrungsmittel-Spekulation



  • Banken reagieren auf kritischen Medienbericht.

Die Volksbanken AG hat die Kehrtwende noch nicht geschafft. - APAweb / Barbara Gindl

Die Volksbanken AG hat die Kehrtwende noch nicht geschafft. APAweb / Barbara Gindl

Wien. Nach heftiger Kritik an Nahrungsmittel-Spekulationen hat die seit April teilstaatliche österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) heute alle Fonds- und Veranlagungsprodukte vom Markt genommen, die auf Agrarrohstoffen basieren. Der Bankvorstand versicherte in einer Mitteilung ferner, bei der Produktgestaltung künftig sensibler vorzugehen. In Deutschland hat erst kürzlich die Commerzbank solchen umstrittenen Wettgeschäften öffentlich abschwören müssen.

Am gestrigen Montag hat die ÖVAG ein neues Veranlagungsprodukt der Volksbank Investments ("Agrar Rohstoff Garant 2") beworben. Das Werbeversprechen: "Neues Zertifikat lässt Anleger zu 120 Prozent (ohne Cap) am Aufschwung der weltweit wichtigsten Agrarrohstoffe partizipieren", namentlich von Mais, Zucker, Sojabohnen und Weizen.

"Ungeheuerlichkeit"
"Staatsbank zockt mit Lebensmitteln" titelte daraufhin am Dienstag die "Tiroler Tageszeitung". Kritisch hob das Blatt hervor, dass im Werbefolder auch mit der schlimmen Dürre argumentiert wird. "Die ... schlimmste Dürre in den USA seit mehr als 50 Jahren und Ernteausfälle in wichtigen Anbauländern wie Russland, der Ukraine und Kasachstan führen zu einem erheblichen Anstieg der Preise für Mais, Weizen und Soja".

Tirols Arbeiterkammerchef Erwin Zangerl sprach von einer "Ungeheuerlichkeit, dass eine Bank, die mit Milliardenhilfe der Steuerzahler gerettet wurde, jetzt noch Produkte anbietet, die darauf wetten, dass Rohstoffe noch teurer werden". Er forderte die Regierung auf, sich auf EU-Ebene für Maßnahmen gegen Rohstoffspekulationen einzusetzen.

Verständnis für Argumente der Kritiker
Darauf folgte die heutige Reaktion von der Bank: "Die Österreichische Volksbanken-AG (ÖVAG) zieht sich ab sofort aus dem Markt zurück, in dem von Preisentwicklungen auf Agrarrohstoffe partizipiert werden kann", heißt es in einer Aussendung.

Die ÖVAG mit ihrer Investment-Dachmarke Volksbank Investments reagiert damit nach eigenen Angaben auf die Berichterstattung nach der gestrigen Auflage des Zertifikats "Agrar Rohstoff Garant 2". Volksbank Investments würden in diesem Bereich keine neuen Produkte mehr anbieten und ziehen sämtliche Angebote in diesem Bereich zurück.

ÖVAG-Vorstand Martin Fuchsbauer erklärte in der Mitteilung, der Handel mit jeglichen Produkten sei notwendig, um den Markt und somit die Wirtschaft stabil zu halten bzw. anzukurbeln. "Wir verstehen allerdings auch die Argumente der Kritiker und werden daher unser Produktangebot in Zukunft weitaus sensibler gestalten."




Schlagwörter

ÖVAG, Agrarwirtschaft

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-14 18:03:23
Letzte Änderung am 2012-08-14 18:06:28


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