Wien. (kmö/apa) Noch bevor Schlecker Österreich unter der neuen Marke dayli startet, gibt es schon Zoff. Rudolf Haberleitner, dessen Fondsgesellschaft TAP 09 Schlecker Österreich übernommen hat, mag es gar nicht, wenn man an seinem Neustartkonzept zweifelt. Die österreichische Wirtschaftsexpertin Bettina Selden, Vorstand der Warenkreditversicherung Prisma, hatte im ORF-Radio ihre Bedenken über das neue Konzept, das aus der Drogeriemarktkette einen Nachversorger mit kleinem Lebensmittelsortiment machen soll, geäußert. "Wir fürchten, dass die Verkaufsflächen dafür zu klein sind. Wir fragen uns, wie das logistisch erfolgen soll", sagte Selden. Im Gespräch mit der Austria Presseagentur konterte Haberleitner: Selden kenne das dayli-Konzept nicht. Sämtliche Lieferanten, Vermieter und Konsumenten würden es hervorragend finden. "Es bewerben sich Chefs von großen Ketten, die da mitarbeiten wollen", behauptet der Firmenchef. Er brauche die Kreditversicherer nicht, die nach wie vor keine Haftung für offene Lieferungen übernehmen. Es gebe keinen Lieferanten, der nicht offen liefere, sagt Haberleitner. Nur an längeren Zahlungszielen müsse man noch arbeiten. Ende Juli ersuchte Haberleitner die Filialvermieter um Senkung der Miete um 20 Prozent bzw. um einen Mietverzicht für ein halbes Jahr. Im Gegenzug bot er einen Kündigungsverzicht von zwei Jahren an.