Wien. (sf) "Rund 900 neue Lebensmittel-Produkte kommen pro Jahr auf den Markt, die wenigsten davon schaffen es aber ins Regal", sagt Jan Satek, Vorstandsvorsitzender von Zielpunkt. Der Lebensmittelhändler will sich nun mit einem Regal für Produktneuheiten von der mächtigen Konkurrenz (Spar, Rewe, Hofer) abheben.
Ab kommenden Montag sind in 35 der 300 Zielpunkt-Filialen rund 70 Innovationen von Sugo über Schinkenspeck bis Zahnpasta je sechs Wochen lang im "Am Startpunkt"-Regal erhältlich. Die erfolgreichsten Produkte werden dauerhaft gelistet. In das Projekt wird eine siebenstellige Summe investiert. Bis Ende des ersten Quartals 2013 sollen alle Standorte ein Innovations-Regal haben oder - wenn es der Platz nicht zulässt - Neuheiten im Regal mit einem Schild gekennzeichnet sein.
"Armut an Produktvielfalt"
"In Österreich gibt es eine Armut an Produktvielfalt. Wir bieten der Industrie eine Plattform, ihre Innovationen in einer realen Verkaufssituation zu testen", sagt Satek. Kleinere Hersteller könnten sich oft Produktmarketing nicht leisten und daher schwer gegen Nahrungsmittelmultis bestehen.
"Wir wollen die Neugier der Konsumenten ansprechen. Profit wird allerdings nicht vom ,Am Startpunkt‘-Regal kommen", sagt Satek, der die Kette im Februar vom Finanzinvestor BluO im Zuge eines Management-Buy-out übernahm. Im ersten Halbjahr 2012 sei der Umsatz sechs Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums gelegen. Das Umsatzziel für heuer liege bei 570 Millionen Euro, nach 540 Millionen 2011. Nach 5 Millionen Euro Vorjahresverlust soll die Kette heuer auf Ebitda-Basis (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) positiv sein, 2013 soll Zielpunkt auch unterm Strich profitabel sein.