• vom 06.09.2012, 08:55 Uhr

Österreich

Update: 06.09.2012, 15:03 Uhr
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Kranebitter glaubt an Lösung "ohne direkten Einschuss"

Kärntner Hypo braucht weitere 2,2 Milliarden Euro



  • Bank hat bis Ende September Zeit auf Bescheidentwurf zu reagieren.
  • Fekter will endgültigen Bescheid abwarten.

Die Kärntner Hypo braucht mehr Geld. - APAweb/Gert Eggenberger

Die Kärntner Hypo braucht mehr Geld. APAweb/Gert Eggenberger

Klagenfurt. Geht es nach einem Bescheidentwurf der Finanzmarktaufsicht (FMA) hat die Hypo Alpe-Adria-Bank einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 2,2 Mrd. Euro. Die kapitalverbessernden Maßnahmen muss die Bank bis 31. März 2013 setzen. Allerdings hat die Hypo noch bis 28. September 2012 Zeit, auf den Bescheidentwurf zu reagieren. Finanzministerin Maria Fekter (V) will den endgültigen FMA-Bescheid abwarten. Hypo-Vorstandschef Gottwald Kranebitter will "Lösungen vorschlagen, die einen direkten Einschuss nicht notwendig" machten.

  Noch im Vorjahr hatte die Notenbank einen Bedarf der Bank von 1,5 Mrd. Euro errechnet. Die jetzt vorgelegten 2,2 Mrd. Euro liegen um 700 Mio. Euro über diesem Wert. Die Nachricht habe die Bank "nicht ganz unerwartet" erreicht, sagte Kranebitter zur APA. Der von der FMA verlangte Kapitalpuffer spiegle die angespannte Lage auf den Finanzmärkten und insbesondere in den Kernländern der Hypo wider, so der Bankenchef.


Kein weiteres Geld vom Bund gewünscht
Die Hypo wolle aber "weiterhin alles daran setzen, die Eigenleistungen zum Risikoabbau fortzusetzen und Voraussetzungen schaffen, die eine angemessene Kapitalquote ohne direkten Zuschuss durch den Eigentümer ermöglichen". "Wir wollen nicht, dass die Bank schon jetzt Geld vom Bund braucht", betonte Kranebitter im Ö1-"Mittagsjournal". Einen direkten Einschuss solle es erst dann geben müssen, "wenn Risiken schlagend werden". Die Hypo Alpe Adria halte derzeit bei etwa 10 Mrd. Euro an Problemkrediten, durch strenge Maßnahmen sei es gelungen, das konstant zu halten. Abbauen könne man das Volumen aber erst, sobald die Märkte das hergeben, so Kranebitter.

  Finanzministerin Fekter nahm den Entwurf der FMA am Donnerstag "zur Kenntnis". "Es handelt sich dabei lediglich um ein Draft (Entwurf, Anm.) und die Bank hat jetzt die Möglichkeit zur Stellungnahme. Das Bundesministerium für Finanzen wartet auf den endgültigen Bescheid", hieß es in einer kurzen schriftlichen Stellungnahme.

 
Der bugdetschonende Weg - nicht auf Kosten der Steuerzahler
Für Hypo-Aufsichtsratschef Johannes Ditz "gilt es jetzt einen budgetschonenden Weg zu finden, der den Steuerzahler nicht belastet", wie er im ORF-Radio betonte. Im übrigen "glauben wir, dass wir die Risiken besser managen als es offenbar die FMA einschätzt", meinte Ditz.

  Klaus Liebscher von der "Banken-ÖIAG" Fimbag zeigte sich optimistisch, dass die Hypo-Bank möglichst viel des zusätzlichen Kapitalbedarfs selbst durch "Eigenleistungen" stemmen will, so Liebscher zur APA. Um einen "massiven Abbau ihrer Kreditrisiken" werde die Hypo nicht herumkommen, doch habe sich die Bank ja schon bisher mit Erfolg darum bemüht: "Man sollte die bisher erreichten Erfolge nicht unter den Tisch kehren."

  Der frühere CA-Chef und heutige Vize-AR-Chef der Fimbag, Hannes Androsch, war für die Zukunft weniger optimistisch: Er glaubt, es wird entweder eine Kapitalaufstockung durch den Bund geben müssen, was freilich das Budgetdefizit erhöht, "oder man macht eine 'Bad Bank'", auch wenn das die Schuldenquote erhöht, sagte der Industrielle am Donnerstag: "Wir werden darum nicht herumkommen."




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-06 09:20:15
Letzte Änderung am 2012-09-06 15:03:37


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Die Akte Hypo - Bild: APAweb

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