• vom 12.09.2012, 17:52 Uhr

Österreich

Update: 12.09.2012, 21:17 Uhr
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Ende September sollte Grazer Versandhändler einen Investor haben

Fünf Interessenten für neckermann.at


Von Kid Möchel

  • Käufer spitzen auf Gesamtkonzern, Verwalter setzt auf Österreich-Lösung.

Insolvenzverwalter verhandelt über Zukunft des Versandhändlers Neckermann Österreich. - © APA/MARKUS LEODOLTER

Insolvenzverwalter verhandelt über Zukunft des Versandhändlers Neckermann Österreich. © APA/MARKUS LEODOLTER

Graz. Die Mega-Insolvenz des deutschen Versandhandelshauses Neckermann und seiner Tochter Neckermann Österreich schlägt nach wie vor hohe Wellen. Dem Vernehmen nach war gestern, Dienstag, in Frankfurt erneut eine Betriebsversammlung anberaumt. Schon Mitte August hatte Henning Koopmann, Vorsitzender der Neckermann-Geschäftsführung, in der "Wirtschaftswoche" erklärt, "ohne Investor ist bei neckermann.de im Herbst Schluss". Die Zeit drängt, doch das deutsche Insolvenzverfahren soll sehr behäbig verlaufen.

Indes wird im Konkursverfahren der Grazer Neckermann Österreich AG nächste Woche eine Gläubigerausschusssitzung abgehalten. Auf der Tagesordnung von Masseverwalter Norbert Scherbaum steht unter anderem ein Informationsaustausch über den Fortgang der Investorengespräche. "Ich bin guter Dinge, wir sind positiv gestimmt", sagt der ausgewiesene Sanierungsexperte Scherbaum zur "Wiener Zeitung". In die Karten will sich Scherbaum noch nicht blicken lassen, den Gläubigerausschussmitgliedern wird er aber einen internen Bericht vorlegen.

Dem Vernehmen nach hat Scherbaum fünf Interessenten an der Hand. Einzelne dieser Investoren möchten aber den gesamten deutschen Neckermann-Konzern kaufen und Neckermann Österreich gleich dazu.

"Die würden am liebsten alles kaufen. Das Problem ist aber, dass die in Deutschland nicht so schnell sind und der Verwertungsprozess dort noch länger dauern wird", sagt ein Insider. "Ein neuer Gesamt-Eigentümer müsste aber als Gesellschafter von Neckermann Österreich den geplanten Sanierungsplan finanzieren müssen." Doch der Grazer Insolvenzverwalter soll eine Österreich-Lösung präferieren: Unabhängig davon, was im Insolvenzverfahren in Deutschland passiert, soll ein Investor bei Neckermann Österreich einsteigen. Dazu müssten jene Markenrechte von neckermann.at, die verpfändet sind, von diesen Belastungen freigemacht werden. Zum Teil liegen die Markenrechte aber beim Insolvenzverwalter. Der hat das ambitionierte Ziel, bis Ende September eine Investorenlösung zu erzielen.

Die Schulden von Neckermann Österreich ( 300 Mitarbeiter) betragen rund 40 Millionen Euro, das Vermögen wird mit 48 Millionen Euro beziffert. "Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben zahlungsunfähig, aber nicht überschuldet", sagt Franz Blantz vom Alpenländischen Kreditorenverband. Abzüglich der besicherten Bankverbindlichkeiten bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich müssen für die Sanierungsplanquote theoretisch rund sechs Millionen Euro plus die Verfahrenskosten aufgebracht werden.




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Dokument erstellt am 2012-09-12 17:59:08
Letzte Änderung am 2012-09-12 21:17:04


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