• vom 13.09.2012, 10:44 Uhr

Österreich

Update: 13.09.2012, 12:19 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Erster Schritt in Richtung "Bankenunion"

Neue "Superaufsicht" auch für Osteuropas Banken?



  • EZB soll bis 2014 die Kontrolle über 6000 Banken in der Eurozone übernehmen.

Die "Superaufsicht" für Europas Banken ist gegenwärtig noch eine Baustelle. - APAweb / EPA / Facundo Arrizabalaga

Die "Superaufsicht" für Europas Banken ist gegenwärtig noch eine Baustelle. APAweb / EPA / Facundo Arrizabalaga

Wien. Kaum hat die EU-Kommission ihre Pläne für eine gesamteuropäische
Bankenaufsicht vorgelegt, kommen auch schon die ersten
Verbesserungsvorschläge. Bei der Aufsichtskonferenz der österreichischen Finanzmarktaufsicht in Wien sprachen sich FMA-Vorstand Helmut Ettl und der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowtony, dafür aus, die mit Österreich und dem übrigen Westeuropa stark verflochtenen Banksysteme in EU-Oststaaten auch in die neue Europa-Aufsicht miteinzubeziehen.

Der Chef der Bank Austria vertrat die Ansicht, dass hier weniger die EZB gefordert sei als der EU-Bankenregulierer EBA. Es liege ja an der EBA, gleiche Regeln und Standards für die Bankindustrie in Europa zu gestalten, sagte Cernko. Die EZB für die operative Bankenkontrolle in EU-Ländern außerhalb der Eurozone zuständig zu machen, hält Cernko derzeit für unrealistisch. Cernko möchte auch Russland und die Türkei ins Korsett der EU-Bankenregeln einbetten.

Finanzstaatssekretär Andreas Schieder warnte am Donnerstag, schon vorweg der neu entstehenden europäischen Bankenaufsicht bei ihrer Arbeit dreinzureden. Die nationalen Aufsichtsbehörden werden laut Schieder auch in Zukunft weiter den größten Teil der Aufsichtsarbeit machen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) werde in Österreich die Last der täglichen Arbeit tragen müssen und auch können.

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll nach bisherigem Kommissionsvorschlag in mehreren Etappen bis 2014 für alle mehr als 6.000 Banken in Euroland die Aufsicht und Kontrolle übernehmen. Es gehe hier um massive Kompetenzverschiebungen in der Beaufsichtigung von mehr als 33 Billionen Euro Bankaktiva, sagte Ettl.

Die EZB hat im Moment noch keine Bankenaufsichtsfunktion. Zu klären ist laut Ettl die genaue Kompetenzaufteilung zwischen neuer europäischer Aufsicht und nationalen Behörden. Er geht davon aus, dass die der EZB zuarbeitenden nationalen Aufseher auch künftig für 5.500 der rund 6.000 Institute operativ zuständig sein werden. Und schließlich gelte es, in der EZB selbst einen inhärenten Interessenskonflikt zu vermeiden.

Soll jede Bank geprüft werden?

"Jede Maßnahme, die dazu dient, das Vertrauen der Bevölkerung in das Bankensystem zu stärken, ist gut", meinte Raiffeisen-Generalanwalt und RZB-Chef Walter Rothensteiner am Rande der Konferenz. Eine gemeinsame europäische Aufsicht sei eine vernünftige Lösung. "Man muss sich aber anschauen, ob jede kleine österreichische Bank aus Frankfurt geprüft werden muss. Das wird sich weisen", so Rothensteiner. Aber im Prinzip sei das wieder ein Schritt in die richtige Richtung.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-13 10:45:55
Letzte Änderung am 2012-09-13 12:19:42


Beliebte Inhalte



  • Investmentbanker Hemetsberger begleitet Verkaufsprozess als Berater.
  • weiter

  • FCC pocht angeblich auf neue Kredite und auf Haftungen der Republik.
  • weiter

Werbefigur der Firma Niemetz. - APAweb/GEORG HOCHMUTH Wien. Es ist entschieden: Die zum Meinl-Imperium gehörende Heidi Chocolat mit Sitz in Rumänien kauft den insolventen Wiener Schwedenbombenhersteller...weiter

Großen Vorsprung hat Luca di Montezemolos Privatbahn NTV: Ihr Italo (links) fährt seit April 2012 im Regelbetrieb. Der Frecciarossa 1000 soll Anfang 2015 loslegen. FS/epa
  • Italiens Eisenbahngesellschaften investieren Milliarden in Hochgeschwindigkeitszüge.
  • weiter

  • Petschar: Aktionsmengen müssen für ausreichende Produktion fixiert werden.
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter

Milliardenloch Banken: Wie viel die Steuerzahler noch nachwerfen müssen, ist offen. - fotolia
  • 4,8 Milliarden für Bankenhilfe könnten sich rasch um 2,5 Milliarden erhöhen.
  • weiter

Notenbank-Direktor Ittner: Seit 2002 erzielt Österreichs Volkswirtschaft Leistungsbilanzüberschüsse.
  • Leistungsbilanz für 2012 weist
  • 5,5 Milliarden Euro Überschuss aus.
  • weiter

Hinhaltetaktik Österreich wartet mit dem Informationsaustausch auf die Schweiz - und die Schweiz wartet auf den Rest der Welt. - reu
  • Österreichs Forderungen sind legitim, zögern aber mögliche Verhandlungserfolge hinaus.
  • weiter

  • Kostendruck für Leiterplattenhersteller war zu hoch, 109 Mitarbeiter betroffen.
  • weiter




Werbung



Die Akte Hypo - Bild: APAweb

Firmenmonitor






Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

Nach 28 Jahren stießen Biologen auf eine unbekannte Affenart in Afrika: die Lesula-Affen. Sie leben versteckt in der Lomami-Region in der Dem. Rep. Kongo und wurden nun von der Universität von Arizona für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Werbung