Wien/Zürich. (sf) Rund drei Viertel der österreichischen Studenten streben nach einer Festanstellung, nur jeder Dritte sieht eine Unternehmensgründung mittelfristig als Karriereziel, wie eine Studie der Universität St. Gallen mit der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young ergeben hat. Für die Studie wurden weltweit 93.300 Studenten, davon 4500 aus Österreich, befragt.
Rund ein Drittel der österreichischen Studierenden stellen sich ihren Berufseinstieg als Angestellter in einem Klein- und Mittelbetrieb (KMU) vor. "KMU werden jedoch von vielen Studierenden nur als vorübergehendes Sprungbrett angesehen. Großunternehmen rücken mit dem Fortschritt der Karrierebestrebungen ins Zentrum des Interesses", sagt Helmut Maukner von Ernst & Young. Lediglich jeder sechste Befragte kann sich vorstellen, fünf Jahre nach Studienabschluss noch in einem KMU tätig zu sein. "Für KMU, die ja den überwiegenden Teil der österreichischen Unternehmen ausmachen, wird es entscheidend sein, den Studenten die Vorteile der Beschäftigung in kleineren und mittleren Unternehmen zu vermitteln, um das Potenzial hochqualifizierter Absolventen langfristig nutzen zu können", sagt Maukner.
Der Wunsch, ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen, ist unter den österreichischen Studierenden weniger stark verbreitet als beispielsweise in Großbritannien und Irland. Deutlich mehr Studierende wollen sich in Mexiko (60 Prozent), Argentinien (54 Prozent) und Russland (47 Prozent) selbständig machen.
Österreichische Studierende geben zwar häufiger als Befragte in anderen westeuropäischen Staaten an, ihr eigener Chef zu sein zu wollen. Eine Gründung bewerten sie aber weniger attraktiv als Studenten in anderen Ländern. Maukner: "Dies scheint vor allem damit zusammenzuhängen, dass heimische Studierende das finanzielle Risiko einer Unternehmensgründung mehr scheuen als Studierende anderer Nationen."