Wien. Österreichs Klein- und Mittelbetriebe - davon gibt es mehr als 300.000, das sind 99,7 Prozent aller Unternehmen Österreichs, die für 63 Prozent der Umsätze und 67 Prozent der Beschäftigten verantwortlich sind - sehen sich für die Zukunft gut gerüstet. Zwei Drittel erwarten in den kommenden Jahren steigende Umsätze, mehr Kunden und auch höhere Gewinne. Die Hälfte der KMU ist der Ansicht, dass es ihnen wirtschaftlich besser geht und gehen wird als dem Rest der Branche. In den kommenden drei bis fünf Jahren wollen sie vorwiegend in die Modernisierung des Betriebes, in Kooperationen und die Aufstockung von Mitarbeitern investieren, so das Ergebnis einer aktuellen Imas-Studie.
Befragt nach ihren Investitionsplänen steht an erster Stelle die Abdeckung der laufenden Kosten, gefolgt von Investitionen in die Kundengewinnung und in Modernisierungen. Danach erst folgen Rationalisierungsmaßnahmen sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Im Vergleich zu den Umfrageergebnissen aus dem Vorjahr wollen die Unternehmen diesmal mehr Augenmerk auf Modernisierungen und Rationalisierungen legen - vor allem kleinere KMU mit Umsätzen bis 5 Millionen Euro, während größere mehr Wert auf die Kundengewinnung legen. 36 Prozent gaben an, im laufenden Jahr zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen zu haben.
Nur rund ein Viertel der Betriebe will ihren künftigen Finanzierungsbedarf über einen Bankkredit abdecken, das sind um 2 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Bei größeren Betrieben sind es 32 Prozent. Je nach Unternehmensgröße und Geschäftsmodell variiert der Kreditbedarf. Für 49 Prozent der KMU liegt er unter 500.000 Euro, für 45 Prozent darüber. Das Geld würden die Manager in erster Linie zur Modernisierung ihrer Betriebe (66 Prozent) einsetzen. Erst mit deutlichem Abstand folgt die Kundengewinnung (16 Prozent). Stärker als im Vorjahr wird auch über Rationalisierungsmaßnahmen nachgedacht. Selbst die Eigenmittel stärken kommt für 45 Prozent in Frage.
Von ihrer Hausbank erwarten sich die Betriebsleiter vor allem Sicherheit für ihre Einlagen (68 Prozent), eine rasche und unbürokratische Abwicklung (64 Prozent) sowie gute Konditionen und Kreditzinsen (63 Prozent). Für 61 Prozent der Befragten ist auch die Möglichkeit, ihre Bankgeschäfte online über das Internet abwickeln zu können, von großer Bedeutung.
Unzufriedenheit mit
den Bankkonditionen
Konkret mit der Erste Bank, die die Studie in Auftrag gab, zeigen sich die Befragten vor allem in Bezug auf Freundlichkeit und den angebotenen Online-Lösungen zufrieden. Am wenigsten zufrieden sind sie dagegen mit den angebotenen Konditionen und Kreditzinsen. Firmen- und Privatkundenvorstand Peter Bosek kann dies nachvollziehen: "Es stimmt, die Kreditinstitute sind in den letzten zwei Jahren teurer geworden." Er führt dies auf die strengeren Eigenkapitalregimes zurück. "Die Banken sind gezwungen, Eigenkapital aufzubauen, das verlangt höhere Margen", so Bosek. Im Schnitt liege derzeit ein Firmenkredit 200 Basispunkte über dem Euribor, vor vier Jahren seien dies nur 125 Basispunkte gewesen.
Wien. Es ist entschieden: Die zum Meinl-Imperium gehörende Heidi Chocolat mit Sitz in Rumänien kauft den insolventen Wiener Schwedenbombenhersteller...weiter