• vom 26.09.2012, 14:49 Uhr

Österreich

Update: 26.09.2012, 16:41 Uhr
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Das Zukunftsinstitut hat erhoben, wie Unternehmen von boomenden Familienmärkten profitieren können

Zwischen Chaos und Savoir-vivre


Von Andrea Möchel

  • Eine Studie verrät, wie und was Familien konsumieren.

Wie Familien einkaufen: Die Zeitnot lässt Bedarf für neue Produkte und Services entstehen.

Wie Familien einkaufen: Die Zeitnot lässt Bedarf für neue Produkte und Services entstehen.© Pavel Losevsky - Fotolia Wie Familien einkaufen: Die Zeitnot lässt Bedarf für neue Produkte und Services entstehen.© Pavel Losevsky - Fotolia

Wien. Wie müsste ein Supermarkt aussehen, der Familien begeistert? Welche neuen Tourismus-Angebote locken Familien in die Ferne? "Wir wollten wissen, wofür sich Familien interessieren und wie sie konsumieren", beschreiben Andreas Steinle, Thomas Huber und Harry Gatterer, Mitarbeiter des Kelkheimer Zukunftsinstituts, die Intention ihrer Studie "Familienmärkte". 1800 Interviews wurden dafür in Deutschland und Österreich gemeinsam mit der Karmasin-Motivforschung durchgeführt. Fazit: "Für Wirtschaftsunternehmen eröffnen sich zahlreiche Chancen, die nicht nur ökonomisch, sondern auch gesellschaftspolitisch von Interesse sind."

Die wichtigsten Familienmärkte im Überblick:

Early-Bird-Märkte: Wenn nach der ersten Verliebtheit die Familienrealität geplant wird, boomen die "Märkte der Vorfreude". Oder wie es die Soziologin Eva Illouz bezeichnet, der "Konsum der Romantik". Die erste gemeinsame Wohnung wird geplant, Bausparverträge werden abgeschlossen, gleichzeitig haben Dienstleistungen, die die Beziehung festigen sollen, Hochkonjunktur. Stichwort: Candlelight-Dinner.

Socialware-Märkte: Die moderne Netzwerkfamilie ist immer öfter auch Distanzfamilie, die (vorübergehend) an verschiedenen Wohnorten lebt. Spezifische Angebote sind hier noch rar. Modulare Wohnsets, die sich je nach Bedarf erweitern oder verkleinern lassen, vor allem aber elektronische Geräte, die den Kontakt in unterschiedlichster Form ermöglichen, könnten eine wesentliche Rolle spielen.

Chaos-Märkte: Viele Familien scheitern an der Überforderung durch die moderne Welt. Hier entsteht ein Service-Markt für Unterstützungsleistungen, die heute noch vor allem durch karitative und staatliche Institutionen angeboten werden. Chaos-Märkte sind aber auch TV-Medienmärkte, was sich in Erfolgsformaten wie der "Supernanny" widerspiegelt.

MommaDaddy-Märkte: Jede dritte Ehe wird geschieden, und so boomen die Beziehungsmärkte (Dating-Portale) im Netz. Profitieren können aber auch Serviceanbieter, wie "die Liebeskümmerer", ein Reisebüro das Gruppenreisen für Trennungsopfer samt psychologischer Betreuung anbietet. Scheidungen feuern aber auch den "Markt der zweiten Infrastruktur" an. "Schließlich soll es dem Kind an nichts fehlen, wenn es den Ex-Partner besucht", heißt es in der Studie.




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Dokument erstellt am 2012-09-26 14:56:11
Letzte Änderung am 2012-09-26 16:41:21


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