Wien.

"Wir wollen unser Budget-Konsolidierungsprogramm nicht torpedieren", sagte der ÖVP-Minister am Donnerstag nach einem Konjunkturgipfel, zu dem er Vertreter von Großkonzernen wie Voestalpine, Siemens oder BMW sowie Klein- und Mittelunternehmen geladen hatte. Ein Konjunkturpaket zu schnüren "wäre das falsche Signal an die Finanzmärkte" und hätte für Österreich höhere Anleihezinsen zur Folge.
IHS: Frisches Geld erst bei
einem "deutlichen Minus"
Der jüngsten Forderung der Wirtschaftskammer, erneut eine Prämie für zusätzliche Investitionen einzuführen, erteilt Mitterlehner deshalb eine Absage - zumindest derzeit. Außerdem seien Investitionen eine Frage der wirtschaftlichen Stimmung, und die sei momentan wohl eher schlecht. Auch Christian Keuschnigg, Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS), rät dazu, "die Munition für schwierige Szenarien bereitzuhalten" und frisches Geld für Anreizprogramme erst dann flüssigzumachen, wenn sich die Konjunktur so weit verschlechtert, dass "wir ein deutliches Minus haben".

Doch ein solches ist im Gegensatz zu anderen Euroländern gegenwärtig nicht in Sicht - allenfalls ein "Nullwachstum". Und daher will Mitterlehner mit anderen Maßnahmen gegensteuern, als eine teure Feuerwehraktion zu starten. "Allein heuer sind noch rund 600 Millionen Euro an Zuschüssen, Haftungen und zinsgünstigen Krediten verfügbar", sagt er. "Damit sichern wir Finanzierung und Investitionen von Unternehmen." Auch eine mögliche Kreditklemme soll so verhindert werden. Ebenfalls auf Mitterlehners Agenda: Die bei der staatlichen Förderbank AWS (Austria Wirtschaftsservice) beantragten Förderungen sollen schneller abgewickelt werden.
Zudem will der Minister die bis März 2013 laufende Internationalisierungsoffensive "Go international" zur Förderung von Exporten verlängern: "Damit wollen wir die Diversifikation in Richtung neuer Märkte gezielt unterstützen." Derzeit landen rund 80 Prozent aller österreichischen Exporte in Europa - größere Wachstumschancen gäbe es hingegen in Südamerika und Asien.
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