Innsbruck/Brüssel. Die EU-Kommission hat die Beihilfe für die Hypo Tirol mit einer Kapitalzufuhr von 220 Millionen Euro genehmigt. Der Umstrukturierungsplan "enthält alle erforderlichen Maßnahmen und Zusagen, die sicherstellen, dass die Bank als Regionalbank rentabel wirtschaften kann", erklärte der für Wettbewerb zuständige Kommissar Joaquin Almunia.
Allerdings verlangt die EU im Gegenzug eine empfindliche Reduktion der Bilanzsumme - und zwar von derzeit 10 auf 8 Milliarden bis 2015. Der Höchststand betrug 13,5 Milliarden; damals verfügte die Hypo Tirol über Geschäftsstellen in Wien, Italien, Deutschland und in der Schweiz. Aufgrund erheblicher Abschreibungen geriet die Bank insbesondere in Deutschland und Italien in Schieflage. Der Umstrukturierungsplan sieht eine Neuausrichtung der Bank auf Tirol und einen Rückzug aus Deutschland und Italien (mit Ausnahme von Südtirol) vor. Die Geschäfte in der Schweiz sind bereits eingestellt.
Mehr externe Experten
Zusätzlich muss die Bank bestimmte Arten von Darlehen einschränken und darf Neugeschäfte nur tätigen, wenn sicher ist, dass ein bestimmtes Renditeniveau erreicht werden kann. Ferner wird die Hypo Tirol laut Kommission ihre Corporate Governance weiter stärken, indem die Anzahl der externen Experten im Aufsichtsrat erhöht wird. Die Bank habe außerdem zugesagt, dass sich die Kreditvergabe nur nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen richten wird. Dividenden sollen nur im Falle einer angemessenen Kernkapitalquote an den Eigentümer, das Land Tirol, ausgeschüttet werden. Mit den 220 Millionen steigt die Kernkapitalquote auf 9,5 Prozent. Der Zuschuss dient zur Abdeckung des Verlustes im Italien Geschäft, zur Rücklösung des Partizipationskapitals und zur Stärkung der Rücklagen.