• vom 12.10.2012, 17:51 Uhr

Österreich

Update: 12.10.2012, 18:29 Uhr
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Mischkonzern MTH peilt 750 Millionen Euro Umsatz an


Von Kid Möchel

  • Konzerngründer Josef Taus setzt bei weiterer Expansion auf Hybrid-Kapital.

Josef Taus hat den MTH-Konzern nach wie vor gut im Griff. - © APA

Josef Taus hat den MTH-Konzern nach wie vor gut im Griff. © APA

Wien. Der österreichische Mischkonzern Management Trust Holding (MTH) um den früheren ÖVP-Obmann und Giro-Banker Josef Taus hat auch im Geschäftsjahr 2011/2012 (Stichtag: 27. Februar) eine solide Geschäftsbilanz abgeliefert "Die aktuelle Entwicklung ist von einem profitablen Wachstum geprägt, wir haben die Marke von 700 Millionen Euro Umsatz überschritten", sagt MTH-Vorstand Martin Waldhäusl, der für das Einzelhandelsgeschäft (Pagro, Libro, Mäc Geiz, Pfennigpfeiffer) in Österreich und Deutschland verantwortlich ist. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wurde um sechs Prozent, das Betriebsergebnis um 3,6 Prozent gesteigert. Das freut die Aktionäre. An der MTH ist u.a. die Invest Unternehmensbeteiligungs AG der Raiffeisenlandesbank OÖ mit zehn Prozent beteiligt.

"Im heurigen Geschäftsjahr erwarten wir 720 bis 750 Millionen Euro Umsatz", fügt MTH-Doyen Taus hinzu. Zwar hätte die MTH-Gruppe, zu der neben der Retail-Sparte, der Werkzeug-Maschinenbauer Krause & Mauser und die Zutrittskontroll-Sparte Designa-Axess zählt, große Entwicklungschancen, aber man müsse vorsichtig sein, wie sich die wirtschaftliche Lage in Europa weiter entwickelt. "Bisher ging es gut", sagt der Firmengründer. "Die Größe ist nicht entscheidend, entscheidend ist das Überleben." Nachsatz: "Wir haben Verantwortung für fast 6000 Leute, finanzielle Experimente wollen wir nicht machen, wir wollen Arbeitsplätze erhalten." Beim Personalstand zählt Taus auch die Mitarbeiter der zweiten, eigenständigen P & V Holding dazu, die der Familie Taus zu 75 Prozent und zu der die Druckerei Herold gehört.

Mit der Übernahme des angeschlagenen deutschen Diskonters Mäc Geiz hatte Waldhäusl ein glückliches Händchen. 40 Prozent der Standorte sind in den neuen deutschen Bundesländern, 50 Prozent in Berlin. Libro, Pagro, Mäc Geiz und Pfennigpfeiffer verfügen über 700 Standorte, pro Jahr kommen 50 neue dazu. Und von der insolventen Schlecker-Tochter "Ihr Platz" kann MTH Retail bis zu 109 Standorte übernehmen, wenn man sich mit den Vermietern einigt. In jenen Regionen Deutschlands, wo die MTH-Marken bereits etabliert sind, sollen die Standorte künftig verdichtet werden. Die Eroberung neuer Bundesländer sei nicht geplant.

Waldhäusl bestätigt, dass MTH in der Regel alle zwei Jahre ein Unternehmen übernimmt. Den insolventen Versandhändler Neckermann Österreich habe man vor Ort in Graz besichtigt, aber man wollte kein "Trachtenhändler" werden, ätzt Taus. Denn 70 Prozent des Umsatzes mache Neckermann laut Taus mit rustikaler Mode. Schon vor zwei Jahren sei auch das neue Einzelhandelskonzept "Dayli", das jetzt bei Schlecker Österreich umgesetzt werden soll, erstmals an MTH angetragen worden, aber man habe immer wieder abgelehnt, sagt Taus mit viel Skepsis: "Ich wünsche Herrn Haberleitner alles Gute." Die MTH ist weiter an Übernahmen sanierungsfähiger Unternehmen interessiert, will aber die weitere Expansion mit Hyprid-Kapital (Anleihen, Genussrechte) finanzieren. Vor wenigen Tagen hat Libro ganz still und heimlich seinen Online-Shop gestartet.

Die anderen Sparten

Die MTH setzte 2011/12 mit 5055 Mitarbeitern rund 700,8 Millionen Euro um, das Ebitda betrug 41,8 Millionen Euro, das Ebit 25 Millionen Euro und der Jahresgewinn 12,1 Millionen Euro.

Knapp 572 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete der Einzelhandel, 70,88 Millionen Euro die Zutrittkontroll-Division Designa/Axess und weitere 57,8 Millionen Euro der MTH Maschinenbau. Letztere (Krause & Mauser) hat sich zum Technologieunternehmen gemausert und hat für den Top-Kunden Volkswagen drei Fertigungsstraßen für Motoren-Pleuel in China aufgebaut. Eingesetzt wird dabei Laser-Technologie. Designa/Axess sind mittlerweile Weltmarktführer beim Parkhausmanagement auf Basis von Servertechnologie; seit acht Wochen läuft ein solches Park-System am Flughafen in Sydney, drei Projekte sind auf den Flughäfen Budapest, Bremen und Köln-Bonn in Arbeit.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-12 17:57:15
Letzte Änderung am 2012-10-12 18:29:57


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