Wien. (apa/kle) "Ich sehe nur, dass die Branche hier kaputt ist. Die Nachfrage wächst, aber uns bleibt nichts übrig." Ex-AUA-Vorstand Andreas Bierwirth, nun neuer Chef bei T-Mobile Austria, hat am Mittwoch in seiner Antrittspressekonferenz ein düsteres Bild des heimischen Mobilfunksektors gezeichnet. Der deutschstämmige Manager will deshalb die Preisspirale nach unten durchbrechen und die Datentarife den tatsächlichen Kosten anpassen. Außerdem will Bierwirth bis 2015 knapp 100 Millionen Euro einsparen, was in etwa 15 Prozent der Kosten entspreche, wie er sagte.
Für das nächste Jahr erwartet er einen Umsatzrückgang, 2014 eine Stabilisierung und 2015 ein Umsatzwachstum. Das Ergebnis soll einen "Horziontalflug" hinlegen, sprich stabil bleiben. Im Vorjahr kam die Österreich-Tochter der Deutschen Telekom auf einen Umsatz von 924 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belief sich auf 253 Millionen Euro.
An der bisherigen Zahl von rund 1400 Mitarbeitern will Bierwirth nicht viel ändern. Dass die Führungsebenen verschlankt und Abgänge nicht nachbesetzt werden könnten, schließt der frühere Airline-Manager allerdings nicht aus.
Was weiter auf seiner Agenda steht: Die Marke T-Mobile will er "schärfen". Hier habe man den Stellenwert der alten Bezeichnung "max.mobil" noch nicht erreicht.
Daneben soll das dahindümpelnde Geschäftskundensegment durch die intensivere Einbindung von T-Systems gestärkt werden. Und am "Gründergeist" der Mitarbeiter will Bierwirth auch noch feilen. Sein Fazit: "Wir müssen relativ schnell etwas tun, um unsere Position zwei am Markt (nach der Telekom Austria, Anm.) nicht zu gefährden."
"Zwei Äpfel müssen teurer sein als einer", betonte Bierwirth weiter. In keinem anderen Land hätten sich Pauschaltarife so durchgesetzt wie in Österreich, wobei jedoch die Mobilfunkverantwortlichen die Explosion beim Datenverkehr übersehen hätten. Alleine bei T-Mobile habe sich das Datenvolumen binnen eines Jahres verdoppelt. Dieser hohe Anstieg sei aber in den All-In-Tarifen nicht mitkalkuliert worden. Hier will Bierwirth die Preise nun den tatsächlichen Kosten anpassen: "Was die Fabrik produziert, gehört abgegolten." Die Sprachtarife sollen aber gleich niedrig bleiben.