• vom 17.10.2012, 18:02 Uhr

Österreich

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Chef des zweitgrößten österreichischen Baukonzerns ist überraschend zurückgetreten

Alpine-Krise schwelt weiter


Von Karl Leban

  • Dotter geht - nach Differenzen mit spanischem Alleineigentümer FCC.

Dotter wechselte vom Porr-Vorstand erst heuer an die Alpine-Spitze, jetzt ist er zurückgetreten. - © APA/HELMUT FOHRINGER

Dotter wechselte vom Porr-Vorstand erst heuer an die Alpine-Spitze, jetzt ist er zurückgetreten. © APA/HELMUT FOHRINGER

Wien. Beim schwer kriselnden Baukonzern Alpine überschlagen sich die Ereignisse. Nachdem heuer schon sieben Top-Manager dem Salzburger Unternehmen den Rücken kehrten, ist nun auch der Chef, Johannes Dotter, zurückgetreten. Dotter, einst im Vorstand der Porr, hatte die Geschäftsführung der Konzerndachgesellschaft Alpine Holding GmbH erst im Jänner übernommen. Grund für seinen Abgang waren, wie "Profil" berichtet, "unüberbrückbare Differenzen mit dem spanischen Alleineigentümer FCC".

Die Alpine, die insgesamt rund 15.300 Mitarbeiter beschäftigt, davon 7500 in Österreich, hat derzeit veritable Probleme am Hals. Bei einigen Großprojekten in Osteuropa, wo Zahlungen der Auftraggeber offenbar nicht wie kalkuliert geleistet werden, drohen massive Wertberichtigungen von angeblich bis zu 400 Millionen Euro, die den Konzern 2012 tief in die Verlustzone reißen dürften. Vor Steuern ist von einem Minus von 263 Millionen Euro die Rede.

Zudem ist die Alpine in akuten Geldnöten. Druck kommt vor allem von den Gläubigerbanken. Sie wollen die von FCC gewünschten Stundungen und zusätzlichen Kreditlinien nur unter Auflagen zugestehen. Wie "Profil" dazu schreibt, hätten die Gläubiger - allen voran Erste Group, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich und Unicredit Bank Austria - den Alpine-Eigentümern einen Sanierungsbeitrag (Liquidität und Kapitalzufuhr) in Höhe von 150 Millionen Euro abverlangt, den diese "aber vorerst nicht leisten können oder wollen". Das soll Dotter letztlich auch bewogen haben zurückzutreten.

Der Alpine-Konzern soll aktuell auf Schulden von fast einer Milliarde Euro sitzen, wovon auf Banken 580 Millionen Euro entfallen, 79 Millionen Euro auf die Mutter FCC (größter Baukonzern in Spanien) und 290 Millionen Euro auf drei seit 2010 platzierte Anleihen.

"Griechische" Renditen
Diese Bonds notieren unterdessen nur noch bei rund 66 Prozent ihres Nominales, und die Renditen liegen extrem hoch - bei 17 bis 25 Prozent. Im Regelfall gilt das als Alarmzeichen. Zuletzt war in Medien kolportiert worden, dass die Alpine bis Ende dieser Woche 31 Millionen Euro benötige, um überhaupt weiterwirtschaften zu können. Informationen der "Wiener Zeitung" zufolge soll sich FCC nun bereiterklärt haben, zumindest diesen Betrag zuzuschießen.

Bei Auftraggebern sorgt die Alpine-Krise jedenfalls für Verunsicherung. Die Deutsche Bahn etwa hat mit den Salzburgern noch einen Konsortialauftrag für das umstrittene Bahn- und Städtebauvorhaben "Stuttgart 21" im Volumen von 290 Millionen Euro offen. Im Vorjahr betrug die Bauleistung der Alpine 3,6 Milliarden Euro.




Schlagwörter

Industrie, Bau, Alpine, Österreich

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Dokument erstellt am 2012-10-17 18:08:05


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