Wien. Die Metallindustrie setzt heute ihre Verhandlungen über den Kollektivvertrag für das kommende Jahr fort. In den ersten drei Gesprächsrunden blieben die Fronten verhärtet, erste Betriebsversammlungen haben bereits stattgefunden. Gibt es auch heute keine Einigung, stehen Warnstreiks im Raum.
Da die Industrie an Grundsätzen der Gewerkschaftsbewegung gerüttelt hat, ist auch die Stimmung bei den Verhandlungen nicht die beste. In den vergangenen Tagen haben bundesweit Betriebsversammlungen stattgefunden. Gibt es auch heute keine Einigung, wird sich die Belegschaftsvertretung voraussichtlich kommende Woche eine Streikfreigabe vom ÖGB holen.
Ende der Sozialpartnerschaft?
Die Arbeitnehmer fordern eine Lohnerhöhung von fünf Prozent, die Arbeitgeber bieten 2,26 Prozent - bei einer aktuellen Inflationsrate von 2,7 Prozent. Bei Änderungen bei der Arbeitszeit ist die Industrie zu einer Erhöhung um 2,8 Prozent bereit. Arbeitszeitregeln auf Betriebsebene sind für die Gewerkschaften aber das Ende der Sozialpartnerschaft und daher ein absolutes "No-Go".
Verhandelt werden heute die Löhne und Gehälter der Maschinen- und Metallwarenindustrie, zu der 120.000 Mitarbeiter zählen. Heuer feilschen erstmals die sechs Fachverbände der Metallindustrie getrennt, insgesamt geht es um 180.000 Metaller.
Die Metallerlohnrunde ist traditionell der Auftakt für die Herbstlohnrunde. Heuer ist aber alles anders. Der größte Fachverband, die Maschinen und Metallwarenindustrie (FMMI) mit 120.000 Mitarbeitern, verhandelt - zum Ärger der Gewerkschaft - erstmals alleine. Auch die anderen fünf Metallerverbände feilschen nun getrennt.