• vom 23.10.2012, 12:33 Uhr

Österreich

Update: 23.10.2012, 12:57 Uhr
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Unicredit-Tochter muss "Geschäftsmodelle neu definieren"

Bank Austria will Filialen abbauen



  • Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Die Bank Austria will in Osteuropa derzeit nicht zukaufen. - APAweb/Robert Jäger

Die Bank Austria will in Osteuropa derzeit nicht zukaufen. APAweb/Robert Jäger

Wien. Die Bank Austria will in den kommenden Jahren die Zahl ihrer Filialen deutlich zurückfahren. Das erklärte Bank-Chef Willibald Cernko am Dienstag in Wien.

Die Bank Austria muss "ihre Geschäftsmodelle teilweise radikal neu definieren". Das wird im Laufe der nächsten drei bis vier Jahre zu einer "signifikanten" Verringerung der Filialen führen, vor allem außerhalb der Städte. Um dennoch präsent zu sein, baut die UniCredit-Tochter die virtuelle Beratung aus und sucht Partner für das Filialgeschäft, sagte Cernko am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Die Bank Austria werde ihre heute 360 Filialen in den nächsten Jahren "einigermaßen deutlich zurücknehmen". Auch der Personalstand werde unter den derzeitigen Wert von 10.000 fallen. Genaue Zahlen will Cernko nicht nennen, er ist aber zuversichtlich, dass dies mit natürlichen Abgängen und Pensionierungen gelingt. Ab 2014 stünden ohnehin Pensionierungswellen bevor. Betriebsbedingte Kündigungen sieht er nicht.

Zu viele Banken, zu viele Filialen
Österreich habe insgesamt zu viele Banken und Filialen und nur rund 2.000 Kunden je Filiale. Dabei wären 5.000 Kunden nötig, um wirtschaftlich zu arbeiten. In den nächsten fünf Jahren werde ein Drittel der Filialen wegfallen, erwartet Cernko. Es sei "positiv", dass "massiv Druck aufgebaut worden ist, dass es zu Konsolidierung kommen muss". Das bedeute nicht nur Fusionen, sondern auch Ausscheiden und Abwickeln einzelner Institute. Derzeit liege in der EU die Rentabilität des Filialgeschäfts nur bei fünf Prozent, in der Bank Austria waren es immerhin 7,5 Prozent - Ziel sind aber zehn bis zwölf Prozent in drei bis vier Jahren.

Eigene Filialen seien nur einer von mehreren Wegen, die Kunden zu erreichen. "Wir beginnen, regionale Partner zu finden", so Cernko. Es gehe darum, "in Frequenzlagen hineinzugehen". Man suche nicht einen bundesweiten Partner, sondern eher regionale Zusammenarbeit, "wo sich Leute aufhalten" und am Weg zum Einkauf Bankgeschäfte erledigen können. Zugleich wolle man nicht eigene Filialen, die dann unbesetzt sind, "kannibalisieren".

Filialen sind aber nur ein Weg, den Kunden zu erreichen: "Wir schauen, ob wir die Kunden in anderer, viel smarterer, effizienterer Weise erreichen können". Darum werde nun der virtuelle Zugang zum Bankgeschäft ausgebaut: Ab 2013 - bis 2015 - wird Anlageberatung per Videokonferenz ausgerollt. Dadurch könne man jederzeit einen Experten hinzuziehen, außerdem werde das Gespräch automatisch aufgezeichnet und dokumentiert. Zum Unterschreiben muss der Kunde aber weiter in die Filiale kommen, räumt Cernko ein. Außerdem werde der Zugang zum Bankgeschäft über Smartphones immer wichtiger. Grundsätzlich werde es für die einzelnen Kunden kein "entweder oder", sondern ein "sowohl als auch" werden. Diese werden Internet und Filiale alternativ und wahlweise nutzen, erwartet Cernko.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-23 12:46:14
Letzte Änderung am 2012-10-23 12:57:07


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