• vom 24.10.2012, 17:23 Uhr

Österreich

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Zwei niederösterreichische Landespolitiker werden vom Staatsanwalt einvernommen

Polit-Krimi um Hypo NÖ



  • Korruptionsermittler Himberger verfolgt Untreueverdacht - Vorwürfe bestritten.

Hypo-NÖ-Chef Peter Harold (l.) und Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka werden in Kürze wieder den Weltspartag begehen. Die Spekulationscausa wirft einen langen Schatten darauf. - © HYPO NOE Gruppe

Hypo-NÖ-Chef Peter Harold (l.) und Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka werden in Kürze wieder den Weltspartag begehen. Die Spekulationscausa wirft einen langen Schatten darauf. © HYPO NOE Gruppe

Wien/St. Pölten. (kmö) Der mutmaßliche Wirtschaftskrimi um die Spekulationsgeschäfte der Hypo NÖ gewinnt an Spannung.

Laut einem Bericht der Tageszeitung "Der Standard" wurde die Immunität der Landtagsabgeordneten Klaus Schneeberger und Willibald Eigner vom niederösterreichischen Landtagspräsidenten Hans Penz aufgehoben. ÖVP-Klubobmann Schneeberger ist seit Juli 2004 Aufsichtsrat der landeseigenen Hypo NÖ, Ziviltechniker Eigner war von Juli 2007 bis Mitte Jänner 2012 Hypo-Aufseher. Grund für die Auslieferung der Politiker ist ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Untreue und der Bilanzfälschung gegen aktive und frühere Vorstände, darunter Bankchef Peter Harold, und Aufsichtsräte der niederösterreichischen Landesbank. Sie bestreiten die Vorwürfe vehement.

Der Fall ist seit 1. September 2012 in Händen der Zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA). Bisher wurde der Fall von der Staatsanwaltschaft St. Pölten verfolgt, doch der zuständige Ankläger Simon Himberger ist samt Akt zur WKStA nach Wien gewechselt.

"Es sind keine neuen Verdachtsmomente hervorgekommen, aber die Aufhebung der Immunität war jetzt aufgrund der Ermittlungen notwendig, um eine allfällige Beteiligung des Aufsichtsrats klären zu können", sagt Erich Mayer von der WKStA zur "Wiener Zeitung". "Um eine Vernehmung der Abgeordneten durchführen zu können, muss die Immunität aufgehoben werden." Vor mehr als zwei Jahren wurde der Fall von den niederösterreichischen Grünen und dem BZÖ mit Anzeigen ins Rollen gebracht. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Verdacht der Verschleierung von buchmäßigen Verlusten mit hochspekulativen Wertpapieren unter Zwischenschaltung der Augustus Funding Limited mit Sitz in Irland. Der Fall dreht sich um die Jahre 2007 und 2010. Es soll dabei u.a. um Papiere der späteren Pleitebank Lehman Brothers gegangen sein. Für diese "Lösung" soll die Hypo 800 Millionen Euro Darlehen gewährt haben. Der Hauptteil dieses Risikos soll das Land Niederösterreich getragen haben. Das Augustus-Darlehen wurde wieder rückgeführt. Jetzt gilt es zu klären, ob beziehungsweise welcher Schaden dabei entstanden ist.

"Die Augustus Funding Limited wurde gegründet, um strukturierte Wertpapiere managen zu können", erklärte Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka in einer Anfragebeantwortung im Landtag. "Eine Einbindung zwischen dem Land Niederösterreich und der Augustus gibt es nicht."

U-Ausschuss gefordert
"Die Causa Hypo NÖ hat eine Dimension erreicht, die nicht heimlich, still und leise abgehandelt werden darf", sagt Madeleine Petrovic, Klubobfrau der Grünen im Niederösterreichischen Landtag. "Deswegen fordern wir einen Untersuchungsausschuss, der sich mit den Finanz-Spekulationsgeschäften des Landes mit der Hypo NÖ beschäftigt." In der Landtagssitzung am 8. November soll dafür der Weg bereitet werden.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-24 17:29:09


Beliebte Inhalte



Klar ist bereits, dass alle Arbeitnehmer 30 Tage Kündigungsschutz haben. Über die Gewerkschaft wird organisiert, dass die Betroffenen ihre Entgeltforderungen fristgerecht beim Insolvenzgericht einbringen. - APA/BARBARA GINDL
  • Insolvenzentgeltfonds hat Mittel für Arbeitnehmer gesichert.
  • weiter

Geld versenkt haben die Gläubiger der Alpine - unter anderem im Tunnelbau. - apa
  • Republik und Banken tragen Hauptlast, schlechte Karten für Anleihezeichner.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

  • Habau: Eine Gesamtübernahme braucht Zeit, rascher wäre Filetierung.
  • weiter

Die Steuervorschriften gelten auch für das Modelabel. - Foto: Dolce & Gabbana, Collage: WZ Online
  • Anwalt will Berufung einlegen
  • weiter

Die OECD sieht einen ökonomische Mehrwert der Migration. - © ThorstenSchmitt - Fotolia.com
  • EU-Kommission: Europa soll für qualifizierte Arbeiter attraktiver werden.
  • weiter

Die am Mittwoch angemeldete Insolvenz des Bauriesen Alpine ist eine der größten Pleiten der Zweiten Republik und könnte vom Volumen der Verbindlichkeiten her alles bisher Dagewesene übertreffen. - APAweb/dpa/dpaweb
  • 6.483 Dienstnehmer und 8.000 Gläubiger betroffen.
  • Erste Gläubigerversammlung findet am 4. Juli statt.
  • weiter

Gekommen, um wieder zu gehen: Gottwald Kranebitter will Hypo Alpe Adria verlassen. - apa/Techt
  • Fimbag soll aufgewertet werden und "Bad Bank" steuern.
  • ÖVP will Fekter nicht mehr in nächster Regierung haben - Hoffen auf Brüssel.
  • weiter

Die Österreicher halten sich beim Neuwagenkauf zurück. - APAweb / APA, Barbara Gindl
  • Mehr Motorräder zugelassen.
  • weiter

An der Existenz des Bauriesen hängen Tausende Jobs. Die Alpine selbst beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland). - APAweb/BARBARA GINDL
  • Geschäftsführung strebt Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an
  • weiter




Werbung



Die Akte Hypo - Bild: APAweb

Firmenmonitor






Schwere Unwetterschäden nach einem Murenabgang im Ortskern von Hallstatt aufgenommen am Mittwoch, 19. Juni 2013. Nach einem heftigen Unwetter ist der Mühlbach über die Ufer getreten wobei eine Mure den Ortskern von Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut beschädigt hat.

Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk. Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

19.6.2013: Ein Turopolje-Schwein schwimmt in einem Teich im Tierpark in Schleswig-Holstein. Die robusten Schweine stammen ursprünglich aus den Flussniederungen der Save in Kroatien. Die Turopolje sind ausgezeichnete Schwimmer, die sich bei Überschwemmungen die Nahrung auch unter Wasser suchen und sogar nach Muscheln tauchen. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Werbung