Frohnleiten. Die Papierfabrik Frohnleiten in der Steiermark schließt ihre Pforten. Die 2010 vom Hamburger-Konzern des Industriellen und Ex-FPÖ-Politikers Thomas Prinzhorn übernommene Fabrik wird im April 2013 stillgelegt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Überkapazitäten am europäischen Papiermarkt und verschärfter internationaler Wettbewerb würden kostendeckende Produktion in Frohnleiten nicht mehr zulassen, hieß es. Von der Schließung sind rund 100 Mitarbeiter betroffen.
Die Mitarbeiter der W. Hamburger GmbH in Frohnleiten seien Dienstagmittag von der Geschäftsleitung über die Entscheidung informiert worden, hieß es in einer Aussendung. Seitens des Konzerns sei alles unternommen worden, um die Papierfabrik durch Synergien mit dem Hamburger-Werk im niederösterreichischen Pitten sowie durch Investitionen und Reorganisation aus der Verlustzone zu führen. Es sei aber nicht gelungen, "die 15-monatige Verlustperiode in Frohnleiten zu durchbrechen".
Mitarbeitern soll Sozialplan angeboten werden
Die Stilllegung der Papiermaschinen ist für 30. April 2013 geplant. Den 100 Mitarbeitern soll ein Sozialplan mit einer Arbeitsstiftung angeboten werden.
Das frühere Mondi-Werk war im Februar 2010 von Hamburger übernommen worden, der Kaufpreis wurde nie kommuniziert. Produziert wurden Wellpapperohpapiere auf Altpapierbasis. Die Prinzhorn-Gruppe hatte sich damals durch die Übernahme aufgrund ihrer in der Nähe liegenden Papierfabriken Brigl & Bergmeister in Niklasdorf/Stmk. sowie W. Hamburger in Pitten zahlreiche Synergien bei Energiemanagement, Beschaffung, Vertrieb und Produktion erwartet. Auch ein eigenes Wasserkraftwerk an der Mur zur Versorgung des Werks sowie zur Einspeisung ins Öffentliche Netz war initiiert worden.