• vom 30.10.2012, 17:20 Uhr

Österreich

Update: 30.10.2012, 21:22 Uhr
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Bankbesuch bleibt für viele Österreicher am 31. Oktober Tradition - AK fordert Anhebung der Sparbuchzinsen

Weltspartag mit Mini-Zinsen


Von Sophia Freynschlag

  • Auf täglich fällige Sparbücher gibt es im Durchschnitt nur 0,125 Prozent Zinsen.

Wien. Auch in Zeiten von Internet- und Mobile-Banking statten viele Österreicher am heutigen Weltspartag ihrer Bank einen Besuch ab. 1,2 Millionen Sparer haben einen Besuch fix geplant, wie das Bank Austria Anlagebarometer ergeben hat. Der Besuch hat für viele Tradition: Dabei werden Kinder beim Sparschwein-Leeren begleitet oder selbst Erspartes wird auf die Bank gebracht.

Geld einlegen oder Geschenke abholen sind Motive für den Bankbesuch am 31. Oktober.

Geld einlegen oder Geschenke abholen sind Motive für den Bankbesuch am 31. Oktober.© APA/HERBERT NEUBAUER Geld einlegen oder Geschenke abholen sind Motive für den Bankbesuch am 31. Oktober.© APA/HERBERT NEUBAUER

"Sicherlich hat die Bedeutung im Zeitalter der neuen Medien und des Online-Banking für viele Menschen im Vergleich zu früheren Jahrzehnten auch ein wenig abgenommen", sagt Rainer Hauser, Bank-Austria-Privatkundenvorstand. Dennoch sei der Weltspartag nach wie vor ein wichtiges Ereignis im Jahr.

Roel Huisman, Chef der ING-DiBa Direktbank Austria, ist anderer Meinung: "Der Weltspartag hat eine schöne Tradition, doch keine Aktualität mehr. Weltspartag wird heute auf ,Geschenke abholen‘ reduziert."

Geschenke von Memory bis zu Touchpad-Handschuhen
Die Bank Austria verschenkt an Sparer ein Plüschfederpennal, eine Trinkflasche oder ein Flugsimulator-Computerspiel. Kunden der Erste Bank und Sparkasse in Wien, Niederösterreich und Burgenland erwarten ein Kreditkarten-Etui, eine Sparefroh-Tasche oder ein Sparefroh-Memory. Ebenfalls ein Kreditkarten-Etui gibt es bei der Bawag P.S.K. abzustauben, außerdem ein Sporthandtuch oder eine Sparfuchs-Plüschfigur. Raiffeisen verschenkt je nach Alter der Sparer ein Knetmasse-Set, Touchpad-Handschuhe oder Grünen Tee. 700 Mitarbeiter ziehen zudem in Gruppen in die Wiener Filialen und verteilen Geschenke, Äpfel und Gutscheine. "Wir gehen auf die Menschen in dieser Stadt aktiv zu, wir werben um sie in der direkten Begegnung", sagt der stellvertretende Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Georg Kraft-Kinz.

Information

Der Weltspartag wurde 1924 beim Sparkassenkongress in
Mailand geschaffen, um die Bevölkerung auf den Spargedanken aufmerksam
zu machen. Nach 1955 erlebte der Weltspartag eine Renaissance unter dem
Motto "Gut Haushalten". 1989 wurde der 31. Oktober von der UNO zum
Weltspartag erklärt.

Dazu bieten viele Banken Sparbücher mit Aktionszinsen - die Erste Bank hat heuer jedoch erstmals keine Weltspartags-Angebote. "Es ist im Moment unerquicklich auf der Sparseite. Wir wollen das nicht mit einer Marketingaktion übertünchen", sagte Peter Bosek, Vorstand der Erste Bank.

Arbeiterkammer kritisiert zu niedrige Sparzinsen
Sicherheit ist für die Österreicher oberste Priorität: Das klassische Sparbuch bleibt weiterhin die beliebteste Sparform, im Durchschnitt werden 170 Euro pro Monat zur Seite gelegt. Die Inflation frisst allerdings einen Teil des Ersparten auf: Während die Teuerung zuletzt bei 2,7 Prozent lag, gibt es auf täglich fällige Sparbücher im Durchschnitt nur 0,125 Prozent Zinsen. Die Bandbreite reicht von 0,0625 Prozent (Bawag P.S.K.) bis 2,1 Prozent (direktanlage.at, Mindesteinlage 5000 Euro), wie ein Arbeiterkammer-Test unter 28 Banken in Wien zeigt.

"Konsumenten sollen darauf schauen, ob es Aktionszinsen sind. Sie gelten nur kurz und/oder sind an Bedingungen geknüpft, etwa an Mindesteinlagen", rät Gabriele Zgubic von der AK. Für gebundenes Geld auf einem Kapitalsparbuch oder Festgeld liegen die Zinsen je nach Laufzeit und Betrag bei bis zu 3,07 Prozent. Die AK fordert höhere Sparbuchzinsen für täglich abhebbares Geld. Auch die Oesterreichische Nationalbank habe kürzlich festgestellt, dass im Neugeschäft die Zinsen bei Spareinlagen viel stärker gesunken sind als die Kreditzinsen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-30 17:26:10
Letzte Änderung am 2012-10-30 21:22:33


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