• vom 02.11.2012, 12:48 Uhr

Österreich

Update: 02.11.2012, 18:54 Uhr
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Das neue System legte bereits die Hypo Deutschland lahm

Bank Austria: Chaos war vorhersehbar


Von Gerald Jatzek

  • Zeitweise auch kein Bargeld und keine Kontoauszüge.

Das Vertrauen der Kunden in die Bank Austria bröckelt... - Bild: BA / WZ Online

Das Vertrauen der Kunden in die Bank Austria bröckelt... Bild: BA / WZ Online

"Heute ist der 02.11. und noch immer KEIN Geld am Konto!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" - Hilferufe wie dieser begleiten den fünften Tag nach der  IT-Umstellung bei der Bank Austria auf das konzernweite EDV-System. "Bis jetzt a anziger Pfusch...", fasste einer der vielen frustrierten Kunden die Systemausfälle beim Online-Banking  auf Facebook zusammen. Vorübergehend waren auch das Kontoauszugsservice und die Bargeldbehebung am Automaten nicht möglich.

Information

Skurrile Fehler seit dem Wochenende

  • Kein Geld vom Bankomaten im Ausland
  • Manche Buchungen werden angenommen, andere nicht, möglichweise hat es mit den beträgen zu tun
  • Anwender berichten von rätselhaften Eingängen in der Höhe von 50 Euro


Bank Austria Support

  • Online-Banking
Telefon 050505 - 26200*
Montag bis Freitag: 07:30 - 18:00 Uhr
online.banking@unicreditgroup.at


  • BusinessNet
Telefon 050505 - 26500*
Montag bis Freitag 07:30 - 18:00 Uhr
support.businessnet@unicreditgroup.at

Die Bank entschuldigte sich inzwischen mehrmals, doch das Chaos war vorauszusehen. Die Einführung der IT–Plattform EuroSIG sorgte bereits im Frühjahr und Sommer 2010 für Riesenprobleme bei der Hypo-Vereinsbank Deutschland (HVB). Dort kämpfte man monatelang mit Fehlfunktionen und möglichen Sicherheitslücken.

Allerdings entschied man sich in Deutschland dafür, die Fehler weitgehend auszumerzen, und erst dann das System freizuschalten. Den Kunden wurden die Anwendungen erst sieben Monate nach dem geplanten Start zugemutet. Davor wurden interne Tests mehr als 1500 HVB-Mitarbeitern durchgeführt. "Menschen und IT sind das Herz jeder Bank, da wollen wir nichts riskieren", begründete der IT-Vorstand Heinz Laber damals die Verschiebungen.

In Österreich dürfte man das anders sehen. Die Folge: Zahlreiche Bank Austria-Kunden machen ihrem Ärger über die Social Media-Dienste Facebook und Twitter Luft. Das dürfte sich nicht so bald ändern, denn die Bank Austria geht davon aus, dass es sich weiterhin spießen wird: "Es gibt klare Verbesserungen der Stabilität und Performance, aber wir gehen davon aus, dass wir auch in der nächsten Woche das eine oder andere Fehlerbild sehen werden", sagte Sprecher Martin Halama am Freitag.

Am Montag und Dienstag habe es unter anderem bei Überweisungen ein Problem gegeben. Datenfiles seien im System hängen geblieben. Diese habe man identifiziert. Alle seien bis Mittwochabend - das war der letzte Arbeitstag im Oktober - versandt worden, so Halama.

Auf Facebook kann man es freilich anders lesen. Dort beschweren sich Kunden, dass nur ein Teil der : "Eingangsrechnungen meiner Kunden wurden scheinbar auch nur die dreistelligen gebucht, vom Rest fehlt jede Spur", stellt Michael Hofmann von MISA Business Solutions fest. Andere Anwender werden heftiger: "Heute ist Freitag, der 2.11. und das Online Banking funktioniert schon wieder nicht. Eine ausgesprochene Sauerei." Und Monika Frauwallner widmet Bank-Austria-Chef Willibald Cernko das Lied vom faulen Willi...

"Sollte der eine oder andere Kunde in eine nachteilige Situation geraten sein, dann werden wir bei jedem Einzelnen eine individuelle Lösung finden", kündigte Halama an. "Wenn ein finanzieller Schaden entstanden ist, werden wir dafür gerade stehen". Die Höhe der möglichen Kundenschäden sei noch nicht abschätzbar...




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-11-02 12:48:59
Letzte Änderung am 2012-11-02 18:54:19


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