
Schrems. Der Streit zwischen Finanzmarktaufsicht (FMA) und Heinrich ("Heini") Staudinger, Hersteller der "Waldviertler"-Schuhe, geht in die nächste Runde. Nachdem FMA-Vorstand Kurt Pribil Mittwochabend via Fernsehen deponierte, gemeinsam mit Staudinger Lösungen finden zu wollen, griff der Unternehmer das Gesprächsangebot auf und lud die Chefs der Behörde nun selber zu sich ins Waldviertel. Zugleich warf er den Aufsehern "extreme Arroganz" vor.
GEA-Waldviertler-Chef Staudinger zeigte sich am Freitag "verwundert, aber auch erfreut" über die Einladung, die FMA-Vorstand Pribil im ZiB-2-Interview ausgesprochen habe. "Ich war ja bereits zweimal bei der FMA", so Staudinger. "Dort wurde ich aber nicht so freundlich empfangen wie sich Herr Pribil jetzt gibt."
Ganz im Gegenteil: Er sei dort "mit extremer Behörden-Arroganz konfrontiert" gewesen und "wie ein Verbrecher behandelt" worden, "der ich nicht bin". Darum lade er jetzt die beiden FMA-Vorstände Kurt Pribil und Helmt Ettl ein, "zu uns in die Waldviertler Werkstätten nach Schrems zu kommen, damit sie einmal mit eigenen Augen sehen, wie wir hier arbeiten."
Verstöße gegen das Bankgesetz
Wie berichtet stößt sich die FMA daran, dass er ihrer Meinung nach Kreditgeschäfte ohne Bankkonzession macht. Staudinger hat Geld für seinen Betrieb entsprechend verzinst bei Freunden und Bekannten aufgestellt. Die Behörde droht mit empfindlichen Strafen wegen Verstößen gegen das Bankwesengesetz.
Es könne nicht sein, so Staudinger in seiner Aussendung, dass die FMA vom Schreibtisch aus Entscheidungen treffe, "ohne Kenntnis der realen Verhältnisse. Wir Waldviertler freuen uns sehr auf dieses Gespräch und werden der FMA in den nächsten Tagen einige Terminvorschläge machen."
Der Konflikt ist seit Bekanntwerden der Ermittlungen und Strafandrohungen überregional bekannt, der Unternehmer erhielt zahlreiche Solidaritätsbekundungen, auch die Wirtschaftskammer wirft den Behörden überzogene Reaktionen vor.