• vom 24.04.2013, 17:52 Uhr

Österreich

Update: 24.04.2013, 20:38 Uhr

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Auf Lyoness rollt Klagelawine zu




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  • Konsumentenschützer bringen Klage gegen Einkaufsgemeinschaft ein
  • Betreibt Firma ein Pyramidenspiel? Justiz ermittelt wegen Betrugsverdachts.

Die Verbraucherschützer des VKI haben nun geklagt.

Die Verbraucherschützer des VKI haben nun geklagt.© apa/Gindl Die Verbraucherschützer des VKI haben nun geklagt.© apa/Gindl

Wien. (kle) Seit mehr als eineinhalb Jahren hat die international tätige Einkaufsgemeinschaft Lyoness die Justiz am Hals. Nach einer Strafanzeige stehen Betrugsvorwürfe im Raum. Immer mehr Konsumenten wollen ihr Geld zurück. Die 2003 von Hubert Freidl gegründete Firma, die nach eigenen Angaben weltweit gut 2,7 Millionen Mitglieder hat, wird außerdem verdächtigt, ein illegales Gewinnerwartungssystem zu betreiben, ein pyramidenartig aufgebautes Schneeballsystem. Bei Lyoness werden sämtliche Vorwürfe vehement zurückgewiesen.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt jedenfalls - auch die Finanzmarktaufsicht. Daneben haben hunderte Lyoness-Investoren eine Klagewelle ins Rollen gebracht. Der jüngste Höhepunkt war eine Verbandsklage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums. Diese Verbandsklage - als solche bezeichnet man eine Klage von Vereinen oder Verbänden, mit der diese nicht die Verletzung eigener Rechte geltend machen, sondern die der Allgemeinheit - zielt auf Unterlassung von nicht weniger als 61 Klauseln der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

Auch in der Schweiz, wo Lyoness seinen Sitz hat, laufen Verfahren gegen das Unternehmen. Auch dort hat dessen Gutschein-Rabatt-System die Justiz auf den Plan gerufen. Das Schweizer Konsumentenmagazin "K-Tipp" führt Lyoness auf einer Warnliste allgemeiner Konsumentenfallen.

Lyoness selbst wirbt auf seiner Homepage mit Rabatten, die mit Partnerfirmen ausgehandelt und an die Mitglieder der Einkaufsgemeinschaft weitergegeben werden. Bei diesen Partnerfirmen können Mitglieder länder- und branchenübergreifend einkaufen, und zwar auf mehrere Arten, um die angepriesenen "Vorteile" zu lukrieren. Bezahlen Mitglieder etwa über die "Cashback Card" von Lyoness bei Partnerfirmen, werden ihnen - je nach Branche - ein oder zwei Prozent der Einkaufssumme gutgeschrieben. Sobald ein Gesamtbetrag von zehn Euro erreicht ist, wird das Geld aufs Konto des Karteninhabers überwiesen. Wirbt ein Mitglied neue Kunden an, erhält es als "Freundschaftsbonus" von deren Umsätzen 0,5 Prozent.

VKI: Verstoß gegen Normen
Derlei Angebote im Internet mögen für Konsumenten einladend und verlockend sein. Für die Verbraucherschützer des VKI sind sie es nicht. In der 95 Seiten starken Klageschrift listet der Wiener Anwalt Eric Breiteneder im Auftrag des VKI Punkt für Punkt auf, welche AGB-Bestimmungen bei Lyoness aus seiner Sicht gegen zivilrechtliche Normen verstoßen und deshalb aufzuheben sind.

Während selbst bei einfachen Rabattkarten wie etwa der oben erwähnten "Cashback Card" die AGB-Bestimmungen laut VKI-Klage teilweise intransparent, unschlüssig oder nichtssagend sind, hakt Breiteneder vor allem bei den sogenannten Premium- und Business-Paketen nach. Diese sind schon bisher im Mittelpunkt von Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Lyoness gestanden.

Zu den Lyoness’schen Begriffen in Sachen Prämien, die Mitglieder erhalten sollen, meint Breiteneder: "Was unter Treueprämie, Treuebonus, Treuegutschrift, Re-Cash, Partnerprämie, Bonuseinheit, kostenfreie Zusatzeinheiten durch Einheiten-Umbuchung, Volumenprämie, Cashback, Treuevorteil, Freundschaftsbonus und Volumenbonus zu verstehen ist, kann nach dem allgemeinen Sprachgebrauch nicht beurteilt werden."




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Dokument erstellt am 2013-04-24 17:56:04
Letzte Änderung am 2013-04-24 20:38:04