• vom 03.12.2015, 18:05 Uhr

Österreich


Versicherungsbranche

Wilder Kampf um Marktanteile




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Von Karl Leban

  • Österreichs Versicherungsbranche steht wirtschaftlich zwar gut da. Der massive Wettbewerb, die neuen europaweiten Eigenkapitalvorschriften und das Zinstief stellen die Assekuranzen jedoch vor Herausforderungen.



Wien. Gleich zwei Vorstandschefs großer heimischer Versicherungsgesellschaften räumen per Jahresende vorzeitig ihren Sessel. Bei der börsennotierten Vienna Insurance Group (VIG) ist es Peter Hagen, der von Elisabeth Stadler, der bisherigen Chefin der Konzerntochter Donau Versicherung, beerbt wird. Und bei der Generali Österreich scheidet Peter Thirring aus - für ihn kommt Alfred Leu, der bisherige Chef der Generali Schweiz.

Über beide Fälle hat die "Wiener Zeitung" bereits berichtet. Hagens und Thirrings Abgang kam selbst für Brancheninsider überraschend. Zu Hagen hieß es vonseiten der VIG, er nehme den Hut wegen Differenzen "über die weitere strategische Ausrichtung und Führung des Konzerns". Zu Thirring gab die Generali zwar offiziell bekannt, er gehe "aus persönlichen Gründen". Aber auch hier dürften Auffassungsunterschiede der Anlass gewesen sein.


"Solvency II" kommt
Dass mit Hagen und Thirring zwei Versicherungschefs, die erst relativ kurz im Amt waren, vorzeitig das Feld räumen, scheint kein Zufall. Denn ähnlich wie in der Bankenbranche herrscht auch bei den österreichischen Versicherern im Kampf um Marktanteile ein massiver Wettbewerb - vor allem etwa in der Autoversicherung, aber auch beim Altersvorsorgeprodukt Lebensversicherung, wo es in Österreich noch großen Aufholbedarf im Vergleich zu Westeuropa gibt. Vor dem Hintergrund stehen Versicherungsmanager vor ständigen Herausforderungen.

Dazu kommt, dass das Versicherungsgeschäft europaweit ab 2016 einer wesentlich strengeren Regulierung unterliegt. Die schärferen Eigenkapitalvorschriften des neuen Regelwerks "Solvency II" umzusetzen (vor allem für Veranlagungen in Aktien und Immobilien), sind für jeden Versicherer mit relativ hohen Kosten verbunden - allein bei der VIG ist von mehr als 100 Millionen Euro die Rede. Jeder Versicherer ist gefordert, sich entsprechend aufzustellen und sein Geschäft auf "Solvency II" abzustimmen. Für die volle Umsetzung der Regelungen sind mehrere Etappen und eine Frist von bis zu 16 Jahren vorgesehen.

Weitere Marktbereinigungen
Jedenfalls müssen Versicherer in Zukunft genug Eigenmittel haben, um Verluste aus ihren Risiken begleichen zu können, ohne dass die Ansprüche der Versicherten beeinträchtigt werden. So wollen es die Regulierer.

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Dokument erstellt am 2015-12-03 18:08:05



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