• vom 25.02.2016, 17:45 Uhr

Österreich

Update: 25.02.2016, 18:24 Uhr

Finanzierungen

Milliarden aus dem Fördertopf




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Die Europäische Investitionsbank finanzierte im Vorjahr Großprojekte in Österreich.



Wien. (kle) Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat im vergangenenen Jahr insgesamt 1,8 Milliarden Euro in die österreichische Wirtschaft gepumpt, um ein Fünftel mehr als 2014. Mit Darlehen unterstützt hat das in Luxemburg ansässige Finanzinstitut, das den Mitgliedstaaten der EU gehört, eine Reihe von Großprojekten etwa im Bereich Infrastruktur und Forschung.

Von der Gesamtsumme ging allein ein Drittel (600 Millionen Euro) an die ÖBB für die Modernisierung der Südbahn zwischen Wien und Graz. Die Asfinag erhielt 180 Millionen Euro zur Verbesserung der Tunnelsicherheit auf der Arlberg-Schnellstraße S16.

Daneben vergab die EIB auch ein Darlehen von 150 Millionen Euro an den Betreiber der Wiener Hauptkläranlage für deren Modernisierung sowie den Bau von Anlagen zur Biogasgewinnung, wie EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle und der Chef des Österreich-Büros der EIB, Martin Brunkhorst, in einer Pressekonferenz am Donnerstag mitteilten. Ebenfalls 150 Millionen flossen an die Tiwag für den Bau eines Wasserkraftwerks am Oberlauf des Inn im Grenzgebiet zur Schweiz. Die Kelag bekam 50 Millionen Euro für Netzinvestitionen und ein Programm für Wärme-, Wind- und Wasserkraftwerke.

Mittel auch für KMU-Sektor

EIB-Gelder in Höhe von 50 Millionen Euro erhielt auch die Linzer Baufirma Swietelsky - und zwar für die Entwicklung neuer Systeme zur Instandhaltung von Bahngleisen. Ein weiteres Forschungsprojekt unterstützte die EU-Bank mit 25 Millionen Euro beim Vorarlberger Seilbahnbauer Doppelmayr, der für höhere Energieeffizienz bei seinen Beförderungssystemen sorgen will.

Die EIB hat aber auch 395 Millionen Euro für Investitionen von Klein- und Mittelbetrieben (KMU) sowie sogenannten Midcap-Unternehmen, die bis zu 3000 Beschäftigte haben, flüssiggemacht. Diese Gelder werden nicht direkt vergeben, sondern über österreichische Banken, die verpflichtet sind, ihren Kreditnehmern den Zinsvorteil, den die EIB als Triple-A-Gläubigerin hat, weiterzureichen. Laut Brunkhorst geht es da im Regelfall um einen Zinsvorteil von 0,2 bis 0,5 Prozentpunkten.

Innerhalb, aber auch außerhalb Europas hat die EIB im abgelaufenen Jahr 77,5 Milliarden Euro an Darlehen vergeben. Weitere 7 Milliarden kamen von dem zu ihr gehörenden Europäischen Investitionsfonds (EIF), der in Kooperation mit Banken KMU und Midcap-Firmen mitfinanziert.

In Summe hat die EIB-Gruppe also 84,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Worin im Übrigen auch 7,5 Milliarden für Projekte des neuen Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI), auch Juncker-Fonds genannt, enthalten sind. Damit seien mehr als 50 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen ausgelöst worden - laut EIB sind das 16 Prozent der für 2017 angepeilten Zielgröße von 315 Milliarden Euro."Änderung in DNA der Bank"

Der EFSI ist ein Vehikel für die im Vorjahr beschlossene EU-Investitionsoffensive, die beitragen soll, die Konjunktur in Europa anzuschieben. Die Oberaufsicht über den Fonds hat die EIB. EFSI-Chef ist der einstige ÖVP-Spitzenpolitiker Wilhelm Molterer, der zuvor EIB-Vizepräsident war und in dieser Funktion von dem Franzosen Ambroise Fayolle beerbt wurde.

Künftig werde der EFSI nicht unbedingt zu mehr EIB-Investitionen führen, aber zu risikoreicheren, so Fayolle. Bisher seien vier von rund 80 Milliarden Euro "risikoreich" gewesen, in den nächsten drei Jahren würden es rund 20 Milliarden sein - fast ein Viertel. "Das ist eine Änderung in der DNA der Bank", sagte Fayolle.

Werbung




Schlagwörter

Finanzierungen, Banken, EU, EIB, Österreich

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-02-25 17:50:07
Letzte nderung am 2016-02-25 18:24:59




Werbung



Industrie 4.0

Die Verlierer der Industrie 4.0

- © Fotolia/fotohansel Wien. Industrielle Revolution - das ist ein Begriff, mit dem stets tiefgreifende und dauerhafte Veränderungen verbunden waren. Ob Ende des 18... weiter





Firmenmonitor