• vom 17.10.2016, 12:42 Uhr

Österreich


Dienstleistungen

Facility Manager verdrängen Hausmeister




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Von Andrea Möchel

  • Der Trend zum Outsourcing von Facility Services ist weiter ungebrochen.


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Wien. Sie halten Stiegenhäuser in Schuss, sind bei kleinen Reparaturen stets zur Stelle und schippen im Winter verlässlich den Schnee vom Gehsteig - Hausmeister galten lange Zeit als unersetzlich. Mittlerweile steht diese Profession aber auf der roten Liste der aussterbenden Berufe. Der Grund: Der Trend zur Auslagerung von Diensten rund um die Immobilie ist seit Jahren ungebrochen.

Im Vorjahr konnte der Markt für extern vergebene "Facility Services", so nennt sich die Hausbetreuung auf Neudeutsch, das Geschäftsvolumen um 2,4 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro steigern. Damit ist die Quote für extern vergebene Dienstleistungen seit 2009 von 44,5 Prozent auf 52,3 Prozent gestiegen. Und ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. "Wir erwarten für das Facility Management bis 2019 eine durchschnittliche Steigerung von drei Prozent jährlich", sagt Andreas Erdpresser, Experte des Branchenanalysten Interconnection Consulting.

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Die Gründe liegen für ihn auf der Hand: "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten konzentrieren sich Unternehmen auf das Kerngeschäft, zudem ist die Branche gegenüber konjunkturellen Schwankungen ziemlich resistent." Erdpresser weiß allerdings auch um die Nöte der Branche: "Basisdienstleistungen wie Sicherheit, Reinigung und technische Wartung leiden unter den geringen Margen. Vor allem der starke Wettbewerb innerhalb der Branche sowie die Verhandlungsstärke der Kunden drücken auf die Preise."

Wartung und
Bewachung boomen

Laut Erdpressers neuester Studie zum Facility Management in Österreich sind im vergangenen Jahr infrastrukturelle Dienstleistungen wie Reinigung oder Catering am stärksten gewachsen. Insgesamt liegt der Marktanteil dieses Segments im Immobilienbereich bei 62 Prozent.

Dieser Anteil wird laut Studie jedoch bis 2018 zugunsten der technischen Dienstleistungen - dazu zählen unter anderen Gebäudewartung, Störungsmanagement, Inspektionen und Umbauarbeiten - verlieren. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die zunehmende Technisierung von Gebäuden. "Für die nächsten Jahre haben technische Services das größte Wachstumspotenzial", ist Erdpresser überzeugt. "Ihr Marktanteil wird sich bis 2018 auf rund 33 Prozent erhöhen, während der Anteil der kaufmännischen Dienstleistungen mit lediglich 6,4 Prozent konstant bleiben wird."

Einen ungewöhnlich deutlichen Anstieg von 5,4 Prozent verzeichnete im Vorjahr der Bereich Sicherheitsdienstleistungen - eine Entwicklung, die vor allem auf die Flüchtlingskrise zurückzuführen ist. "Bis vor einigen Monaten stellte die Betreuung von Flüchtlingslagern - etwa durch den Sicherheitsdienstleister ORS Service GmbH oder von diesen beauftragten Subfirmen wie Siwacht - einen finanziell nicht zu vernachlässigenden Sektor dar", erklärt Erdpresser.

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Dokument erstellt am 2016-10-17 12:47:05



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