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Österreich

Update: 23.02.2017, 15:27 Uhr

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Von Raffaela Singer

  • Kein Land fördert seine Start-ups so sehr wie Österreich.

fotolia/Dashk

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Wien. Start-ups sind jung, innovativ und gehypt. Bundeskanzler Christian Kern hat sie gar zur Chefsache erklärt. Doch ist die Aufmerksamkeit gerechtfertigt? Eine europaweite Studie zeigt: Kein Land fördert seine Start-ups so stark wie Österreich. Dabei schaffen sie nicht einmal halb so viele Arbeitsplätze wie etwa in der Schweiz oder in Deutschland.

Siegfried Stepke schüttelt nur den Kopf, wenn er an den derzeitigen Start-up-Hype denkt. Er hätte auch gerne die öffentlichen Förderungen, die Lohnnebenkostensenkung oder die mediale Aufmerksamkeit. Doch Stepkes Unternehmen ist kein Start-up. Dafür dürfte es höchstens fünf und nicht 13 Jahre alt sein. Es ist ein gewöhnliches IT-Unternehmen. Es forscht Internet-User nach Namen, Alter und Geschlecht für gezielt platzierte Werbung aus. "Hätte ich E-Dialog erst jetzt gegründet, wäre ich mit der derzeitigen Euphorie auch als Start-up durchgegangen", ist Stepke überzeugt. Generell bezweifelt er, dass die Start-ups dem Hype auch gerecht werden.

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Jobmotor Start-up?
Der Frage, ob Start-ups tatsächlich ein Jobmotor sind, geht eine aktuelle Studie nach. Der "European Start-up Monitor 2016" hat mehr als 2500 Start-ups in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten befragt. Dabei steigt Österreich eher mittelmäßig aus. Demnach schafft ein Start-up hierzulande im Durchschnitt 6,3 Jobs. Das ist nur rund die Hälfte von Deutschland mit 11,9 oder der Schweiz mit 13,5. Der Grund: Österreich hinkt um Jahre hinterher. "Die österreichischen Start-ups sind noch in einer sehr frühen Phase. Je jünger sie sind, desto weniger Jobs schaffen sie", erklärt Rudolf Dömötör, Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien und einer der Co-Autoren der Studie. Bei "Berlin Partner", der zentralen Anlaufstelle für junge Gründer in der Start-up-Metropole Berlin, sieht man das ähnlich: "Wir sind Österreich um zehn Jahre voraus. Es tut sich schon viel. Aber es braucht noch Zeit."

Die verlorenen Jahre scheint Österreich mit Förderungen wieder aufholen zu wollen. Der eher bescheidenen Jobbilanz steht ein Rekordwert bei den öffentlichen Förderungen gegenüber. So geben 55,4 Prozent der österreichischen Gründer an, schon einmal staatliche Förderungen bekommen zu haben. Dahinter folgen Deutschland mit 35,5 Prozent und Spanien mit 25 Prozent. In absoluten Zahlen fördert der Bund Start-ups mit 270 Millionen Euro jährlich. Hinzu kommen noch neun Landesförderstellen, von denen allein Wien 50 Millionen Euro pro Jahr investiert. "Im europäischen Vergleich ist das eine sehr hohe Summe, das wissen wir", sagt Ursula Kainz, von der Wiener Wirtschaftsagentur.

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Schlagwörter

Start-ups, Förderungen

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-02-17 17:29:05
Letzte nderung am 2017-02-23 15:27:04



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