• vom 22.02.2017, 17:56 Uhr

Österreich


Inflation

Navi raus, E-Bike rein




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  • Statistik Austria streicht 67 Positionen im Warenkorb - Inflationsrate stieg im Jänner auf 2 Prozent.



Wien. (ede) So schnell kann es gehen: 2011 neu in den Warenkorb der Statistik Austria aufgenommen, wurden Pkw-Navigationsgeräte im Zuge der jüngsten Revision auch schon wieder entfernt. Zu den nun nicht mehr erhobenen Positionen zählen auch Camcorder, Mikrowelle und MP3-Player. Dafür kamen etwa das E-Bike, Pay TV und einige Pkw-Neuwagenmodelle zur Inflationsberechnung dazu. Insgesamt wurden 67 Waren und Dienstleistungen aus dem Warenkorb, der die Konsumgepflogenheiten der Österreicherinnen und Österreicher widerspiegeln soll, gestrichen und 36 neu aufgenommen.

Der neue Warenkorb umfasst 770 Positionen in zwölf Verbrauchsgruppen. Was bei einer Revision dazu- oder wegkommt, sei ein "relativ nüchterner Prozess", sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Konrad Pesendorfer am Mittwoch vor Journalisten. Bei einem Anteil an den Haushaltsausgaben von weniger als einem Promille fällt die Position weg. So geschehen auch mit tiefgekühltem Rotkraut, Eistee, Fieberthermometern und Teddybären. Laugengebäck und Fertigteig schafften es hingegen ebenfalls in die Liste. Die Statistik Austria stützt sich dabei auf alle fünf bis sechs Jahre durchgeführte Konsumerhebungen ausgewählter privater Haushalte, die ein Jahr lang genau Buch führen müssen.


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in den Warenkorb

Rund 40.000 Preise werden monatlich von Mitarbeitern der Statistik Austria in den Geschäften erhoben. In Zukunft sollen statt dieser zeitaufwendigen Preisbeobachtungen die Scannerdaten aus den Supermärkten genauere Ergebnisse zumindest im Nahrungsmittelbereich liefern. Dann könnten nämlich systematisch auch laufende Rabattaktionen für die Inflationsberechnung berücksichtigt werden.

Die Statistik Austria bemüht sich schon seit mehreren Jahren, die großen heimischen Einzelhandelsketten dazu zu bewegen, ihr freiwillig Zugang zu den Scannerdaten zu gewähren. Nun könnte es bald eine Einigung mit den "Großen" der Branche geben. Einige EU-Länder, etwa die Niederlande, Belgien und Dänemark, nutzen bereits laut Vorgabe der EU echte Verkaufsdaten zur Inflationsberechnung.

Liefern nun die Supermarktketten ihre Preise digital an die Statistikbehörde und würden Rabatte durchgehend erfasst, könnte dies anfänglich preisdämpfend wirken, so Pesendorfer. Dies wäre aber ein einmaliger Effekt, der schon nach einem Jahr wieder verpufft. Auf jeden Fall würden die Statistiker die Preisentwicklung wahrheitsgetreuer abbilden können.

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Dokument erstellt am 2017-02-22 18:03:05



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