• vom 05.04.2017, 17:05 Uhr

Österreich

Update: 11.04.2017, 16:24 Uhr

Industriebranche

Mit B&R-Übernahme sagt ABB Siemens den Kampf an




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Von Thomas Pressberger

  • Der oberösterreichische Industrieautomationsspezialist B&R spielt im ABB-Konzern künftig eine zentrale Rolle.

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer ist vom jüngsten Zukauf begeistert. - © apa/fotokerschi.at/Werner Kerschbaummayr

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer ist vom jüngsten Zukauf begeistert. © apa/fotokerschi.at/Werner Kerschbaummayr

Wien. Nach der angekündigten Übernahme des oberösterreichischen Maschinen- und Fabrikautomationsspezialisten B&R durch den Schweizer Technologiekonzern ABB herrscht auf beiden Seiten Aufbruchsstimmung. "Unsere Mitarbeiter sind begeistert, künftig das Zentrum für Maschinen- und Fabrikautomation von ABB zu sein", sagt B&R-Geschäftsführer Hans Wimmer. Dass der Standort im Innviertler Eggelsberg ausgebaut werde und B&R helfe, eine Lücke im ABB-Portfolio zu schließen, sei großartig. Außerdem könne ein Wunsch der Gründer erfüllt werden: das Wachstum zu beschleunigen. Derzeit macht B&R einen Umsatz von rund 600 Millionen Dollar, mittelfristig will man als Teil der ABB-Gruppe auf eine Milliarde Dollar kommen.

Der Name B&R bleibt laut ABB-Chef Ulrich Spiesshofer bestehen: "Die Marke wurde über viele Jahre aufgebaut, das muss man erhalten." Dass der Standort in Eggelsberg bleibe, sei klar gewesen. "Wer den Standort dort sieht, ist begeistert", sagt Spiesshofer. Mitarbeiter und Führungskräfte wurden in den Übernahmeprozess eingebunden. Wimmer werde von dort aus für ABB im Bereich Maschinen- und Fabrikautomation "die Welt erobern".


Fokus auf Ausbildung
Neben dem Ausbau des Standorts liegt der Fokus auf Ausbildung. "Qualifizierte Mitarbeiter zu finden, ist eine Herausforderung", so Wimmer. Deshalb gehe man künftig noch intensiver zu den Ausbildungsstätten, aber auch zur Politik. "Wir haben bereits Regierungsvertreter getroffen. Wir sind bereit, bei der Ausbildung unsere Rolle zu spielen, aber wir brauchen auch Partner", sagt Spiesshofer. B&R kommt die Grenznähe zu Bayern zugute. Die technologisch hochwertigen Produkte ziehen Ingenieure geradezu an, heißt es.

ABB Österreich gerate durch den Zusammenschluss nicht unter Druck, im Gegenteil, sagt der Chef der Österreich-Tochter, Franz Chalupecky. "Wir freuen uns, dass hier stark investiert wird." Nicht nur für die Gruppe, auch für ABB Österreich sei dadurch eine Lücke geschlossen worden.

War ABB vorher in Robotik, Prozessautomation, Digitalisierung und Elektrifizierung stark, so konnte man im Bereich Maschinen- und Fabrikautomation nicht mithalten. "Der Baustein passt für uns genauso gut, die beiden Unternehmen werden sich gegenseitig beflügeln", sagt Chalupecky. Man könne nun Marktführer Siemens Österreich im Bereich Industrieautomation Paroli bieten. Er, Chalupecky, habe in den 24 Stunden nach Bekanntwerden des Deals 60 oder 70 SMS bekommen, Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun habe keine geschickt.

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Dokument erstellt am 2017-04-05 17:12:04
Letzte nderung am 2017-04-11 16:24:05



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