• vom 19.05.2017, 17:14 Uhr

Österreich


Neuwahl

"Strache ist plötzlich der Alte"




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Von Thomas Pressberger

  • Heimische Wirtschaftskapitäne erwarten bei der Wahl im Herbst einen Zweikampf zwischen Christian Kern und Sebastian Kurz.

Sind Kurz und Kern reformwillig? - Die Wirtschaft will es jetzt wissen.

Sind Kurz und Kern reformwillig? - Die Wirtschaft will es jetzt wissen.© reuters/Badeer Sind Kurz und Kern reformwillig? - Die Wirtschaft will es jetzt wissen.© reuters/Badeer

Wien. Österreichs Unternehmer sind sich über den Ausgang der Nationalratswahl im Herbst einig. "Ich glaube, es ist schon entschieden. Es wird ein Endspiel zwischen Kern und Kurz", bringt es der Industrielle Hans Peter Haselsteiner auf den Punkt. Spannend werde es um Platz drei. Es sei möglich, dass Grün und Pink vor Blau liege, sprich dass die Grünen und die Neos gemeinsam bei einer Koalitionsbildung eine Alternative zur FPÖ sein könnten. "Ich will weder rot-blau noch blau-schwarz", sagt Haselsteiner. Die Wähler sollten sich erinnern, dass zwischen 2000 und 2005 eine schwarz-blaue Koalition regiert und diese der Republik schweren Schaden zugefügt habe.

Einige Strafprozesse, in die Politiker aus dieser Zeit verwickelt seien, seien noch nicht beendet. Sein Engagement bei den Neos will Haselsteiner weder intensivieren, noch zurückfahren. Er sei Pensionist und sehe sich als politischen Menschen. Die finanzielle Unterstützung der Neos werde er in gleichem Umfang wie bisher fortsetzen.

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"Die Dinge werden sich ändern, es gibt jetzt drei ernst zu nehmende Kandidaten", sagt Sanierer Erhard Grossnigg. Es sei nicht auszuschließen, dass der designierte ÖVP-Chef Sebastian Kurz die Wahl gewinnen und mit der FPÖ koalieren werde. Kurz werde ein anderes Klientel ansprechen, die Jungen. Aber auch Bundeskanzler Christian Kern stehe für das Neue und wolle Veränderung. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sei nun plötzlich "der Alte". Grossnigg glaubt, dass die FPÖ nur Dritter wird. Die Politik müsse sich in den kommenden Monaten und auch nach der Wahl auf zwei Dinge konzentrieren: Wirtschaft und Bildung. "Die Arbeitseinkommen müssen entlastet werden, dann haben wir sofort einen Konjunkturschub", sagt Grossnigg. Finanzieren würde er das durch ein Einstellen des "Förderunsinns".

Keine Zeit für Verbesserungen
"Die Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen, solche Zeiten wie jetzt bieten das nicht", sagt der Industrielle Hannes Androsch. In dem Wirrwarr der vergangenen zehn Jahre sei auch nicht viel geboten worden. "Wir haben Nachholbedarf, und Wahlzeiten sind keine Zeiten für Verbesserungen", sagt Androsch. Wie sich die Monate vor der Wahl entwickeln, werde man erst sehen, wenn sich der Nebel gelichtet hat. Es gehe derzeit nur um Personen, bei keiner merke man, wofür sie stehe. Es gehe nur um die eigene Karriere. "Ich habe noch kein zukunftsorientiertes konsistentes Programm, bei dem Wirtschafts- und Sozialpolitik verbunden werden, gesehen", sagt Androsch. Was für den Wirtschaftsstandort Österreich zu tun wäre, sei klar. "Es liegen genug Vorschläge für Therapien am Tisch, aber es gibt keine Therapeuten, die sie anwenden." Der "Vorschriftenwahn" sei zu beenden, die Steuerbelastung müsse zurückgehen, die Ausgabenverschwendung eingedämmt und mehr für Bildung und digitale Infrastruktur getan werden. Er rechnet nicht, dass heuer noch viel passiert. "In den nächsten Wochen wird nichts weitergehen, dann kommt der Sommer und nach den Wahlen werden die Wunden geleckt." Heuer werde die Zeit nicht mehr reichen, ein Budget auf den Weg zu bringen.

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Dokument erstellt am 2017-05-19 17:18:07



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