• vom 09.06.2017, 21:30 Uhr

Österreich


Forschung

Wiedergewinnung von Metall mit Hilfe von Bakterien




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    Linz. Bakterien lösen Metalle aus Müllverbrennungsaschen und -schlacken - diesen neuen Weg zur Metallgewinnung haben Forscher des Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) am Standort Linz entwickelt. Das umweltfreundliche Bioleaching-System funktioniert in Laborversuchen gut, nun soll es fit für die Industrie gemacht werden. Zurzeit werden Aschen und Schlacken aus Müllverbrennungsanlagen zur Gänze als Abfälle deponiert. Dabei handle es sich um jährlich rund 531.000 Tonnen Schlacken und 124.000 Tonnen Aschen in Österreich. Diese Rückstände enthielten mitunter höhere Metallkonzentrationen als Primärerz. Die Herausforderung bestehe darin, die wertvollen Stoffe aus dem komplexen Stoffgemisch herauszubekommen.

    Das Projekt GRecoMet (Green Recovery of Metals) suchte nach einer Lösung und entwickelte das neue Bioleaching-System. Im Gegensatz zur herkömmlichen Laugen-Methode werden bei der mikrobiellen Erzlaugung die Metalle nicht aus ihren Erzen, sondern aus Abfall gewonnen.


    Umweltfreundliches Verfahren
    "Es handelt sich um ein umweltfreundliches Verfahren zur Metallgewinnung, das die Eigenschaften der Bakteriengattung Acidithiobacillus als natürlichen Katalysator nutzt", sagt acib-Forscher Wolfgang Schnitzhofer. Das heißt, die Mikroorganismen sind in der Lage, sowohl Schwefel als auch Eisen zu oxidieren. Durch verschiedene Mechanismen, zum Beispiel durch Umwandlung in wasserlösliche Metallsulfate, lösen die Bakterien diverse Metalle aus einer festen Matrix heraus. Diese extrahierten Stoffe können dann mit Standardmethoden unkompliziert wiedergewonnen werden. Im Gegensatz zu konventionellem Laugen mit starken und schädlichen Säuren fallen so gut wie keine Nebenprodukte an.

    "Laborversuche haben gezeigt, dass die Bakterien bis zu 90 Prozent der gewünschten Zielmetalle, insbesondere Aluminium, Kupfer, Zink, aber auch Chrom und Magnesium, herauslösen", sagt Schnitzhofer. Die Bakterien arbeiten äußerst umweltfreundlich, wodurch wenig Energie- und Betriebsmittel eingesetzt werden müssen. Es sei möglich, CO2 in diesem Prozess zu speichern.




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    Dokument erstellt am 2017-06-09 16:41:12



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